Vor Atom-Gesprächen Iran beginnt Militärübungen am Persischen Golf

Mit Marine, Luftwaffe und Bodentruppen demonstriert Iran seine militärische Macht. Die Aktion sei keine Bedrohung, heißt es in Teheran. Der Westen ist skeptisch.
Militärübung in Iran: Vorbereitung auf eventuelle Angriffe?

Militärübung in Iran: Vorbereitung auf eventuelle Angriffe?

Foto: - / AFP

Iran hat mit den alljährlichen Militärübungen seiner Streitkräfte am Persischen Golf begonnen. An dem Manöver östlich der Straße von Hormus nehmen Einheiten der Marine und Luftwaffe sowie Bodentruppen teil. Dies berichtete die staatliche Nachrichtenagentur »Fars« unter Berufung auf einen Sprecher der Marine. Die Führung in Teheran erklärte, dass es sich um keine Bedrohung für die anderen Länder in der Region handele. Die Manöver dienten lediglich der Vorbereitung auf eventuelle Angriffe.

Der Westen und die arabischen Golfstaaten sehen das anders. Für sie sind die Manöver sowie das gesamte iranische Militär- und Raketenprogramm eine Gefahr für die Golfregion, wo rund 40 Prozent der weltweiten Rohöltransporte abgewickelt werden. Zudem besteht die Sorge, dass der Iran mit seinen Mittelstreckenraketen, die Reichweiten bis zu 2200 Kilometern haben, Israel treffen könnte.

Atom-Gespräche in Wien

Die Übung findet inmitten erhöhter Spannungen zwischen Iran und den USA statt. Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hatte das 2015 geschlossene Atomabkommen vor vier Jahren einseitig aufgekündigt, sein Nachfolger Joe Biden setzt in dieser Frage auf mehr Diplomatie. In weniger als einem Monat soll es in Wien weitere Gespräche zwischen der Europäischen Union, den USA und dem Iran geben. Das Land gibt mittlerweile an, dass sein Bestand an zu 20 Prozent angereichertem Uran auf über 210 Kilogramm angewachsen sei.

US-Beamte erklärten indes vergangene Woche, Iran habe einen unter vietnamesischer Flagge fahrenden Öltanker im Golf von Oman beschlagnahmt und halte das Schiff immer noch in seinem Hafen fest. Der Iran behauptete hingegen, seine Elitekommandos hätten vielmehr eine US-Beschlagnahme eines Tankers vereitelt und das fragliche Schiff befreit. Im Staatsfernsehen wurden dramatische Aufnahmen ausgestrahlt, ohne dass der Vorfall näher erläutert wurde.

rai/AP/dpa
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