Vorwurf des Ölschmuggels im Persischen Golf Iran beschlagnahmt ausländischen Tanker
Ein Frachtschiff im Persischen Golf 2019
Foto: Farshid-M. Bina/ DPADie iranischen Revolutionsgarden haben im Persischen Golf erneut einen ausländischen Öltanker unter dem Vorwurf des Schmuggels von Gasöl festgesetzt. Der Tanker habe elf Millionen Liter Gasöl geladen und illegal transportiert, gab die Staatsanwaltschaft der Provinz Hormusgan am Montag bekannt.
Der Kapitän und Crew-Mitglieder seien festgenommen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim. Unter welcher Flagge der Öltanker fuhr, war zunächst unklar.
Immer wieder hatte es in der Vergangenheit vor dem Hintergrund von Spannungen zwischen Iran und dem Westen Konflikte im Persischen Golf gegeben. So setzten Irans Revolutionswächter etwa 2019 immer wieder ausländische Tanker unter dem Vorwurf des Schmuggels fest. Die Straße von Hormus im Persischen Golf ist einer der wichtigsten Schifffahrtswege weltweit. Ein Fünftel der Erdöltransporte gehen durch diese Meerenge.
In Iran gibt es seit mehr als sechs Wochen Straßenproteste gegen die autoritäre Führung des Landes, die im Ausland scharf kritisiert wird. Auslöser war der Tod der 22 Jahre alten Jina Mahsa Amini. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verstoßen haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam.
Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen wurden seither in Iran mindestens 250 Menschen getötet und mehr als 10.000 verhaftet.