Verdächtige Standorte Iran einigt sich mit Uno auf Inspektion von Atomanlagen

Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Iran und die Internationale Atomenergiebehörde verständigt. Inspektoren der Uno erhalten Zugang zu verdächtigen Anlagen in Teheran und Isfahan.
Iranischer Sicherheitsmitarbeiter in der Anlage Isfahan (Archivaufnahme)

Iranischer Sicherheitsmitarbeiter in der Anlage Isfahan (Archivaufnahme)

Foto: Vahid Salemi/ AP

Iran und die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) haben ihren Streit über die Inspektion von zwei angeblich geheimen Atom-Standorten beigelegt. Beide Seiten hätten sich nach intensiven Beratungen darauf geeinigt, dass Teheran den Kontrolleuren aus Wien freiwillig den Zugang einräume, teilten IAEA-Chef Rafael Grossi und Irans Atom-Chef Ali-Akbar Salehi in einer gemeinsamen Erklärung mit.

An den beiden Standorten in Teheran und Isfahan soll Iran nukleares Material aufbewahrt haben. Satellitenbilder deuten laut IAEA darauf hin, dass diese Stätten gesäubert und Spuren früherer Aktivitäten beseitigen worden sind. Die iranische Atomorganisation bestreitet dies und hatte bisher die IAEA-Forderung abgelehnt. Dies hatte bei vielen Staaten zu Besorgnis geführt. Die IAEA sicherte ihrerseits zu, dass sie gegenwärtig keine weiteren Fragen zu diesem Thema habe.

Die IAEA überwacht die Einhaltung des Atomabkommens mit Iran. Der Deal von 2015 soll die Islamische Republik am Bau einer Atombombe hindern. Die strittige Frage hatte zwar nicht direkt etwas mit der Vereinbarung zu tun, aber die USA hatten das Verhalten Teherans als Beweis angeführt, dass Iran nicht zu trauen sei. Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen im Mai 2018 einseitig auf und verhängte neue Sanktionen gegen Teheran.

Irans Präsident Hassan Rohani begrüßte die Einigung zwischen Teheran und der IAEA. "Die Einigung war der Weg in die richtige Richtung für eine Beilegung der Differenzen", sagte er nach einem Treffen mit IAEA-Chef Grossi. Für Iran spiele die IAEA laut Rohani eine wichtige Rolle für die Rettung des Atomabkommens von 2015, das nach dem Ausstieg der USA "derzeit nur noch mit Krücken gehen kann, aber noch am Leben ist".

als/dpa/AFP
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