Drohungen an Israel Iran hält Manöver nahe Atomkraftwerk ab

In Israel wächst die Sorge vor einer iranischen Atombombe. Um ihre militärische Stärke zu zeigen, ordnete die Führung in Teheran jetzt eine Militärübung an – dicht bei einem Kernkraftwerk.
Blick auf das Atomkraftwerk Buschehr

Blick auf das Atomkraftwerk Buschehr

Foto: ABEDIN TAHERKENAREH / EPA

Die iranischen Revolutionsgarden haben im Süden des Landes ein großes Manöver gestartet. Nahe dem Atomkraftwerk Buschehr wurde eine Luftverteidigungsübung abgehalten. Das Manöver habe am frühen Morgen in Koordination mit den Streitkräften stattgefunden, sagte Buschehrs Vizegouverneur Mohammadtaki Irani staatlichen iranischen Medien. Die Luft- und Raumfahrtabteilung der Garde, Bodentruppen und Seestreitkräfte nahmen nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens ebenfalls an der Übung teil, die auf fünf Tage angesetzt sei.

Das Manöver findet in einer Zeit wachsender Spannungen zwischen der Führung in Teheran und Israel statt. In der israelischen Regierung wächst die Sorge vor einer iranischen Atombombe (lesen Sie hier mehr ).

Ein ranghoher Kommandeur warnte Israel am Montag: Das Land werde auf jedweden Angriff Israels eine vernichtende Antwort geben. Bereits Anfang Dezember hatte die Islamische Republik erklärt, die Luftverteidigung habe im Rahmen einer Militärübung eine Rakete abgefeuert. Ort damals war die Stadt Natans, in der die wichtigste Atomanlage des Landes steht.

Iran hat Israel in den vergangenen Jahren wiederholt vorgeworfen, verschiedene Einrichtungen angegriffen zu haben, die im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm stehen. Israel hat dies weder bestritten noch bestätigt.

Im Gegensatz zu den Bemühungen westlicher Länder, das Atomabkommen von 2015 wiederzubeleben, droht Israel seit Langem mit militärischen Aktionen gegen Iran, sollte es nicht gelingen, das Land vom Bau einer Atombombe abzuhalten. Es wird allgemein angenommen, dass Israel das einzige Land mit einer Atombombe im Nahen Osten ist.

EU-Teilnehmer bei den Verhandlungen des Westens mit Iran mahnten die Führung in Teheran kürzlich zur Eile. »Wir haben nicht mehr Monate, sondern nur mehr Wochen Zeit für eine Einigung«, sagte EU-Chefverhandler Enrique Mora.

Seitdem in Iran der erzkonservative Ebrahim Raisi Präsident ist, treibt die Islamische Republik ihr Nuklearprogramm weiter voran. Laut europäischen Diplomaten könnte der Atompakt zur Verhinderung von iranischen Atomwaffen deshalb schon in wenigen Wochen wertlos werden.

als/Reuters/AP