»Verbrechen gegen die Sicherheit« Iranischer Blogger Ruhollah Zam hingerichtet

Der Dissident Ruhollah Zam ist tot. Die iranische Regierung ließ den Sohn eines Geistlichen hinrichten. Er habe regierungsfeindliche Propaganda betrieben und zu Unruhen aufgerufen.
Ruhollah Zam: Im Juni zum Tode verurteilt

Ruhollah Zam: Im Juni zum Tode verurteilt

Foto: ALI SHIRBAND / AFP

Der iranische Blogger und Dissident Ruhollah Zam ist am Samstag hingerichtet worden. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA wurde Zam in Teheran erhängt. Die Justizbehörde in Teheran bestätigte IRNA zufolge die Hinrichtung.

Zam war bereits im Juni von einem Revolutionsgericht in Teheran zum Tode verurteilt worden. Das Urteil wurde diese Woche vom obersten Gericht bestätigt. Ihm wurde vorgeworfen, mit seiner Plattform »Amadnews« Propaganda gegen die Führung in Iran betrieben und Menschen zu teilweise gewaltsamen Protesten provoziert zu haben.

Der frühere Journalist hatte besonders die mutmaßliche Wahlfälschung bei der Präsidentenwahl 2009 und der Wiederwahl von Mahmud Ahmadinedschad verurteilt. Danach war er über Malaysia nach Frankreich geflohen, wo er politisches Asyl erhalten hatte.

Aus dem Exil betrieb der 1978 geborene Sohn eines iranischen Geistlichen lange den regierungskritischen Kanal »Amadnews« mit mehr als einer Million Followern. Er gab auch mehrmals persischsprachigen Sendern im Ausland Interviews, in denen er die iranische Führung heftig kritisierte.

Zahlreiche Kritiker inhaftiert

Der Blogger wurde Medienberichten zufolge von iranischen Sicherheitskräften in das Nachbarland Irak gelockt, im Herbst vergangenen Jahres dort festgenommen und danach nach Iran gebracht. Die iranischen Revolutionsgarden teilten lediglich mit, sie hätten Zam gefasst. Wo dies geschah, gaben sie nicht bekannt.

Seitdem hatte sich Zam bei mehreren Gerichtsterminen schuldig bekannt und um Vergebung gebeten. Er sei vom französischen Geheimdienst gesteuert gewesen und von den USA und Israel unterstützt worden, hieß es von staatlicher Seite. Zu den Anklagepunkten gehörten auch »Verbrechen gegen die innere und äußere Sicherheit« und Beleidigung des Islam.

Die iranische Regierung hält zahlreiche Menschenrechtsaktivisten und Kritiker gefangen. Auch mindestens ein Dutzend Nordamerikaner, Europäer, Australier oder Doppelstaatler  sollen in dem Land festgehalten werden. Immer wieder werden auch Todesurteile verhängt. Erst im September hatte die Regierung den Ringer Navid Afkari hinrichten lassen, trotz heftiger Proteste aus dem Ausland.

lov/AFP/dpa/Reuters
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