Angriff in New York Iran macht Rushdie selbst für Messerattacke verantwortlich

Vor mehr als 30 Jahren hatte der Ajatollah Khomeini zur Tötung von Salman Rushdie aufgerufen. Nach dem Messerangriff gegen den Schriftsteller hat Teheran nun eine zynische Stellungnahme abgegeben.
Schriftsteller Salman Rushdie

Schriftsteller Salman Rushdie

Foto: Ralph Orlowski / REUTERS

Nach dem Messerangriff gegen den Schriftsteller Salman Rushdie hat Iran jegliche Verstrickung in die Tat zurückgewiesen. »Es gibt keine Verbindung zwischen Iran und dem Täter«, sagte Außenamtssprecher Nasser Kanaani, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. Rushdie habe mit seinem Werk nicht nur Iran, sondern Muslime weltweit beleidigt, »niemand außer ihm und seinen Anhängern hat Schuld und Anschuldigungen verdient«, so Kanaani weiter.

Wegen Rushdies Werk »Die satanischen Verse« aus dem Jahr 1988 hatte Ajatollah Khomeini damals per Fatwa zur Tötung des britisch-indischen Autors aufgefordert. Er warf dem Buchautor vor, in seinem Roman den Islam, den Propheten und den Koran beleidigt zu haben. Nach dem Todesurteil floh Rushdie und versteckte sich jahrelang.

Iranische Zeitungen jubelten

Am Freitag war der 75-Jährige bei einer Veranstaltung in Chautauqua im Westen des US-Bundesstaats New York attackiert und schwer verletzt worden. Trotz des früheren Mordaufrufs sieht Kanaani keine Verbindung Irans zu dem Angreifer. Über ihn habe er nur die Informationen, die den Medien zu entnehmen seien, sagte der Sprecher. Kanaanis Aussagen waren die ersten offiziellen Äußerungen Irans seit dem Angriff.

Die ultrakonservative iranische Zeitung »Kayhan« hatte den Angreifer als »mutigen Mann« gelobt, der dem »lasterhaften« Rushdie »den Hals mit einem Messer aufgerissen« habe. Andere iranische Medien äußerten sich ähnlich. Auch in Pakistan gab es Unterstützungsbekundungen für den Täter.

col/Reuters/dpa/AFP
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