Bericht von Menschenrechtsorganisation Mehr als 300 Tote bei Protesten in Iran

Trotz der Gewalt, mit der sogenannte Sicherheitskräfte vorgehen, demonstrieren seit Wochen Tausende gegen das islamistische Regime. Laut einer Menschenrechtsorganisation sind dabei bisher mehr als 300 Menschen getötet worden.
Protestieren trotz rigider Gewalt: Demonstrantinnen und Demonstranten in Iran

Protestieren trotz rigider Gewalt: Demonstrantinnen und Demonstranten in Iran

Foto: EPA

Bei den landesweiten Protesten in Iran sind nach Einschätzungen von Menschenrechtsaktivisten mindestens 314 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien auch 47 Minderjährige und 38 Sicherheitskräfte, berichtete die Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) mit Sitz in den USA.

Mehr als 14.000 Festnahmen

Zudem seien mehr als 14.000 Menschen festgenommen worden. Die Proteste gab es seit Beginn Mitte September demnach in mehr als 130 Städten im Land.

Auslöser der Massenproteste war der Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini. Die 22-Jährige war Mitte September in Teheran gestorben, nachdem sie von der Sittenpolizei wegen eines angeblich nicht vorschriftsgemäß getragenen Kopftuchs festgenommen wurde. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Tausende  gegen den repressiven Kurs der Regierung sowie das islamische Herrschaftssystem. Trotz der massiven Gewalt, mit der sogenannte Sicherheitskräfte vorgehen, gehen die Menschen weiter auf die Straße.

Zuletzt hatte die G7-Runde wirtschaftsstarker Demokratien das Vorgehen Irans gegen Demonstranten sowie Waffenlieferungen Teherans an Russland scharf kritisiert und indirekt mit weiteren Sanktionen gedroht. »Wir akzeptieren es nicht, wenn es diesen massiven Menschenrechtsbruch im Iran gibt«, sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zum Abschluss der zweitägigen Beratungen der G7 im westfälischen Münster am Freitag.

Anmerkung der Redaktion: Das Bild in einer früheren Version des Textes zeigte Proteste in Iran zu einem anderen Anlass. Wir haben es ausgetauscht.

evh/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.