176 Tote bei Absturz Teheran meldet Festnahmen nach Flugzeugabschuss

Das iranische Militär hat zugegeben, für den Absturz einer Passagiermaschine nahe Teheran verantwortlich zu sein. Jetzt gab es Behördenangaben zufolge erste Festnahmen.
Absturzstelle nahe Teheran: Wie kam es zum Abschuss durch das iranische Militär?

Absturzstelle nahe Teheran: Wie kam es zum Abschuss durch das iranische Militär?

Foto: X04130/ SOCIAL MEDIA/ REUTERS

Irans Justizbehörden haben nach Angaben eines Sprechers mehrere Personen im Zusammenhang mit dem Abschuss eines Passagierflugzeugs durch das iranische Militär festgenommen. In staatlichen Medien wurde der Sprecher mit den Worten zitiert, es habe "ausführliche Ermittlungen" gegeben, "einige" Personen seien verhaftet worden. Zu welchen Institutionen und Abteilungen die Verdächtigen gehören, sagte der Sprecher nicht.

Nach dem Absturz der Boeing-Maschine vom Typ 737 hatte Iran zunächst tagelang dementiert, dass ein Abschuss die Ursache gewesen sein könnte. Inzwischen hat das iranische Militär dies jedoch zugegeben.

Rohani verspricht lückenlose Aufklärung

Präsident Hassan Rohani sagte in einer TV-Ansprache, alle Verantwortlichen würden bestraft. "Das war ein unverzeihlicher Fehler." Es sei ein "guter erster Schritt", dass die Streitkräfte ihren Fehler zugegeben hätten. Es handle sich um ein "tragisches Ereignis", das genau untersucht werde. Seine Regierung sei den Iranern und anderen Nationen, die bei dem Absturz Todesopfer zu beklagen hatten, zur Rechenschaft verpflichtet.

"Dieser Fall ist kein normaler Fall und er muss von einem Sondergericht und verschiedenen Experten gründlich und lückenlos untersucht werden", sagte Rohani. Er könne nicht akzeptieren, dass lediglich eine Person, "die auf den Knopf gedrückt hat", alleine verantwortlich für das Unglück sei. Auch andere Abteilungen und Organisationen trügen eine Mitschuld.

Internationale Ermittler wollen Ursachen aufklären

Kurz vor dem Abschuss des Passagierflugzeugs am Mittwoch vergangener Woche hatte Iran zwei von den US-Streitkräften genutzte Stützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen. Dies war eine Reaktion auf die Tötung des iranischen Generals Qasem Soleimani durch die USA. Iran nannte die angespannte Sicherheitslage als Ursache für die Alarmbereitschaft seiner Armee, was schließlich zu dem "versehentlichen" Abschuss geführt habe.

Die genaue Ursache des Abschusses ist Gegenstand internationaler Ermittlungen, an denen wegen der Herkunft zahlreicher Opfer unter anderem Kanada beteiligt ist.

Das Eingeständnis des iranischen Militärs, für den Abschuss verantwortlich zu sein, hatte in mehreren Städten Proteste gegen die Regierung ausgelöst. Nach Angaben der Justizbehörde wurden bei den Demonstrationen 30 Menschen festgenommen. Die Führung in Teheran war zuletzt hart gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. Menschenrechtlern zufolge kamen dabei Hunderte Menschen ums Leben.

mes/AP/Reuters
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