Laut Ehemann Iranische Menschenrechtsaktivistin erneut zu Haftstrafe verurteilt

Erst 2020 war Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi aus dem Gefängnis in Iran freigekommen. Nun muss sie erneut für acht Jahre in Haft. Der Gerichtstermin dauerte nur fünf Minuten.
Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi (Foto von 2007)

Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi (Foto von 2007)

Foto: Vahid Salemi/ AP

Die bekannte iranische Menschenrechtsaktivistin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihres Ehemanns zu acht Jahren Haft sowie 70 Peitschenhieben verurteilt worden. Die Anhörung vor dem iranischen Gericht habe nur fünf Minuten gedauert, teilte ihr in Frankreich lebender Ehemann Taghi Rahmani auf Twitter mit. Was ihr vorgeworfen wird, blieb unklar.

Mohammadi ist im Iran für ihren Einsatz gegen die Todesstrafe bekannt. Die ehemalige Sprecherin des iranischen Zentrums der Menschenrechtsverteidiger war im Mai 2015 festgenommen und wegen »Gründung einer illegalen Organisation« zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Nach einer Reduzierung ihrer Haftstrafe kam sie im Oktober 2020 frei.

Im Mai geriet sie erneut ins Visier der Behörden. Angaben ihres Anwalts zufolge wurde die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin zu 30 Monaten Haft sowie zu 80 Peitschenhieben verurteilt.

Der Nachrichtenagentur AFP bestätigte der Anwalt Mahmud Behsadi-Rad Berichte iranischer Medien, wonach Mohammadi wegen »Propaganda gegen das politische System« Irans, »Verleumdung« und »Rebellion gegen die Gefängnisverwaltung« verurteilt worden sei.

Trotz Verurteilung kam Mohammadi aber zunächst nicht ins Gefängnis. Im November 2021 wurde sie dann während einer Trauerfeier für einen bei den landesweiten regierungskritischen Protesten 2019 Getöteten erneut festgenommen.

muk/AFP