Satellitenbilder Iran verlegt offenbar Flugzeugträgerattrappe in Straße von Hormus

Satellitenbilder zeigen, wie sich Iran offenbar daran macht, für eine Marineübung die Attrappe eines US-Flugzeugträgers einzusetzen. Mit ihr wurde zuletzt 2015 ein Kampf mit US-Truppen simuliert.

Iran bereitet offenbar eine Militärübung in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Straße von Hormus vor. Dabei könnte auch die Attrappe eines US-Flugzeugträgers zum Einsatz kommen.

Satellitenbilder zeigen die Attrappe, zuletzt bei Zielübungen im Jahr 2015 eingesetzt, frisch renoviert an einer Kaimauer im iranischen Bandar Abbas. Auf weiteren Bildern wird sie von Marineschiffen aufs offene Meer gezogen.

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Modell eines Flugzeugträgers in der Straße von Hormus: Irans Kriegsspiele

Foto: ©2020 Maxar Technologies/ REUTERS

Eines der Bilder, die am 26. Juli von einem US-amerikanischen privaten Raumfahrtunternehmen gemacht wurden, zeigt ein iranisches Kriegsschiff in schneller Fahrt auf den nachgebauten Flugzeugträger zu. Die Attrappe ist offenbar rund 200 Meter lang, etwa 50 Meter breit und Flugzeugträgern der Nimitz-Klasse nachempfunden; die Originale sind allerdings noch deutlich größer.

Von iranischer Seite gibt es bislang keine Bestätigung der Aktion. Eine Sprecherin der in Bahrain stationierten Fünften US-Marineflotte erklärte, sie könne nichts dazu sagen, was sich Iran von solchen Übungen verspreche. Die USA seien aber zuversichtlich, dass sich ihre Streitkräfte gegen jede "maritime Bedrohung" verteidigen könnten. Iran setzt gelegentlich Attrappen amerikanischer Kriegsschiffe bei Militärmanövern ein und hält häufig Übungen in der Straße von Hormus ab.

Die Spannung zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind seit dem Austritt der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Regime in Teheran stark gestiegen. Die USA erließen eine Reihe von Sanktionen, die Iran stark getroffen haben. Anfang 2020 töteten die USA den hochrangigen Militär Qasem Soleimani mit einem gezielten Luftschlag kurz nach Soleimanis Ankunft im Irak.

Zuletzt gab es eine Serie von Feuern und Explosionen in zahlreichen iranischen Militär- und Industrieanlagen. Gesicherte Erkenntnisse über die Serie von Zwischenfällen gibt es bislang nicht. Iran spricht von Unfällen, wahrscheinlicher sind jedoch Sabotageakte etwa des israelischen oder des US-amerikanischen Geheimdienstes.

Bislang hat Iran mit Luftangriffen auf US-Soldaten im Irak geantwortet, bei denen aber nur geringe Schäden entstanden. Ein Manöver in der Straße von Hormus könnte nun ein Versuch sein, den Druck auf die USA zu erhöhen.

cht/AP/Reuters
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