Iran Staatsfernsehen zeigt angeblichen unterirdischen Drohnenstützpunkt

Iranische Drohnen sollen unter anderem eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien angegriffen haben. Nun gibt es Bilder einer angeblichen Basis für die Fluggeräte – unter der Erde.
Ein Foto der iranischen Armee zeigt die Drohnen: Angeblich Hunderte Meter unter der Erde

Ein Foto der iranischen Armee zeigt die Drohnen: Angeblich Hunderte Meter unter der Erde

Foto: Iranian Army Office / ZUMA Wire / IMAGO

Sie befindet sich angeblich Hunderte Meter unter der Erde und soll rund hundert Drohnen beherbergen: Iran verfügt nach eigenen Angaben über eine unterirdische Luftwaffenbasis für Drohnen. Das iranische Staatsfernsehen zeigte am Samstag erstmals Aufnahmen von dem Stützpunkt. »Kampf-, Aufklärungs- und Angriffsdrohnen« seien auf der Basis unter dem Sagros-Gebirge im Westen des Landes stationiert, hieß es.

Das Staatsfernsehen berichtete über einen Besuch des iranischen Generalstabschefs Mohammed Bagheri und des Armeechefs Abdolrahim Musawi in der unterirdischen Anlage. Der genaue Standort des Drohnenstützpunkts wurde nicht genannt. Ein Reporter des Staatsfernsehens sagte, er sei per Helikopter aus der Stadt Kermanschah rund 45 Minuten geflogen. Erst nach der Ankunft habe er eine Augenbinde abnehmen dürfen.

Ausgestattet mit Luft-Boden-Raketen

Fernsehbilder zeigten Drohnen innerhalb eines Tunnels. Flaggschiff der Drohnenflotte ist nach Angaben des Staatsfernsehens die Kaman-22, eine mit Raketen ausgestattete Drohne, die mindestens 2000 Kilometer weit fliegen kann. Eine weitere Drohnenart, die dort angeblich stationiert ist, ist Ababil-5, die laut dem Bericht mit Luft-Boden-Raketen ausgestattet ist, ähnlich den US-amerikanischen Hellfire-Raketen. »Ohne Zweifel sind die Drohnen der iranischen Armee die stärksten der Region«, sagte Armeechef Musawi. »Unsere Fähigkeit, Drohnen aufzurüsten, ist unaufhaltbar.«

Die USA und Israel beschuldigen Iran, Drohnen an seine Verbündeten im Nahen Osten zu liefern, darunter die libanesische Hisbollah-Miliz, die Regierung von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und die Huthi-Rebellen im Jemen.

Das US-Finanzministerium hatte im Oktober Sanktionen gegen das Drohnenprogramm der iranischen Revolutionsgarden verhängt. Washington warf der Eliteeinheit vor, hinter Drohnenangriffen auf eine Ölraffinerie in Saudi-Arabien im September 2019 und auf ein Handelsschiff vor der Küste Omans zu stecken, bei dem zwei Besatzungsmitglieder getötet wurden. Iran wies die Anschuldigungen zurück.

Der Bericht im Staatsfernsehen wurde ausgestrahlt, nachdem die Revolutionsgarde am Freitag zwei griechische Tanker im Persischen Golf festgesetzt hatten. Dabei geht es offenbar um Vergeltung für ein iranisches Schiff, das vergangenen Monat in Griechenland aufgehalten worden war. Griechische Behörden hatten den Öltanker mit Verweis auf EU-Sanktionen an der Weiterfahrt gehindert, später beschlagnahmten US-Behörden das Öl und wollten es auf einem anderen Tanker in die USA bringen.

Der Zwischenfall ereignete sich zu einem sensiblen Zeitpunkt. Derzeit verhandeln unter anderem Iran und die USA über eine Neuauflage des Atom-Deals, der vom damaligen US-Präsidenten Donald Trump aufgekündigt worden war.

sep/AFP/Reuters
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