Provokation am Golf Iran testet umstrittene Mittelstreckenraketen bei Militärübungen

Die Raketen reichen bis nach Israel, nun hat sie Iran am Persischen Golf zum Abschluss eines mehrtägigen Seemanövers vorgeführt. Damit klar ist, wem das Manöver gilt, hat Irans Außenminister auch auf Twitter nachgelegt.
Raketenabschuss während der Übung des iranischen Militärs

Raketenabschuss während der Übung des iranischen Militärs

Foto: Iran's Revolutionary Guard / SEPAH NEWS / AFP

Wenige Tage nach Beginn eines umstrittenen Seemanövers provoziert Iran erneut mit Raketentests am Persischen Golf. Irans Streitkräfte haben bei Militärübungen Mittelstreckenraketen getestet. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim verliefen die Tests am Samstag alle erfolgreich.

Außer den Raketen mit einer Reichweite von 1800 Kilometern waren in dem groß angelegten Seemanöver der Marine und der Revolutionsgarden auch Marschflugkörper und Drohnen getestet worden. Zudem wurden ein neuer Hubschrauberträger und ein neues Raketenschiff präsentiert. Sie sollen nach iranischen Angaben am Golf für mehr Sicherheit gegen potenzielle militärische Bedrohungen seitens der USA sorgen.

In den vergangenen Wochen gab es Spekulationen im Iran, dass US-Präsident Donald Trump vor dem Ende seiner Amtszeit noch einen militärischen Konflikt mit Teheran provozieren könnte. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hatte Trump und seinem Außenminister Mike Pompeo vorgeworfen, auch in den letzten Tagen ihrer Amtszeit »Kriegshetzerei« gegen Iran betreiben zu wollen. »Ohne sie (Trump und Pompeo) wird der Planet besser dran sein«, schrieb der iranische Chefdiplomat auf Twitter.

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Trump war 2018 nicht nur aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen, sondern seine Regierung verhängte auch drakonische Sanktionen gegen Iran. Diese führten in den vergangenen zwei Jahren zu einer akuten Wirtschaftskrise in dem ölreichen Staat. Hassan Rohani hofft, dass Trumps Nachfolger Joe Biden zum Atomdeal zurückkehren und auch die Sanktionen aufheben wird. Im Juni steht Iran eine Präsidentenwahl an.

Golfnachbarn sehen iranisches Raketenprogramm als Gefahr

Die iranischen Manöver sind nach Angaben der Führung in Teheran keine Bedrohung für die Länder in der Region, sondern dienen lediglich der Verteidigung des Landes gegen eventuelle Angriffe. Der Westen und die arabischen Golfstaaten sehen das anders. Für sie ist das iranische Militär- und Raketenprogramm eine Gefahr für die Golfregion, wo rund 40 Prozent der weltweiten Rohöltransporte abgewickelt werden. Zudem besteht die Sorge, dass besonders Irans Mittelstreckenraketen mit Reichweiten bis zu 2200 Kilometern jeden Teil Israels treffen könnten.

mrc/dpa

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