Am helllichten Tag Unbekannte töten hochrangigen Revolutionswächter in Teheran

Die Mörder kamen auf einem Motorrad vor sein Haus: In Irans Hauptstadt ist ein Elitesoldat erschossen worden, der in Syrien gekämpft haben soll. Kurz darauf wurde angeblich ein Mossad-Netzwerk ausgehoben.
Teheran: Die Mörder entkamen unbekannt

Teheran: Die Mörder entkamen unbekannt

Foto: Dominika Zarzycka / NurPhoto / Getty Images

Ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) ist in Teheran auf offener Straße erschossen worden. Das Attentat auf Hassan Sayad Khodayar ereignete sich nach Angaben des Staatssenders Irib am Sonntag in einem Viertel im Südosten der Hauptstadt. Das Opfer war demnach Mitglied der Quds-Brigaden.

Die Eliteeinheit gilt als Schild und Schwert der herrschenden Ajatollahs und ist auf Auslandseinsätze spezialisiert. Die schiitischen Schattenkämpfer haben einige tausend Mann unter Waffen. Seit ihrer Gründung  Anfang der Achtzigerjahre waren die Kämpfer der Quds-Brigade in vielen Ländern aktiv, unter anderem im Libanon, wo sie die Guerillas der Hisbollah zu einer schlagkräftigen Truppe mit aufgebaut haben.

Fünf Schüsse auf einen Kleinwagen vom Typ Kia Pride

Die Attentäter kamen iranischen Medienangaben zufolge auf einem Motorrad vor das Haus von Hassan Sayad Khodayar gefahren, das der Nachrichtenagentur AP zufolge in einem besonders gesicherten Stadtteil von Teheran liegt. Dort soll dieser in seinem Kleinwagen vom Typ Kia Pride gesessen haben – und wurde angeblich von fünf Schüssen durchsiebt.

Der Tathergang klingt bekannt. Immer wieder sterben in Iran hochrangige Militärs und Wissenschaftler, die am Atomprogramm arbeiten. 2020 erwischte es den Kernphsyiker Mohsen Fakhrizadeh. Das iranische Regime macht für seinen Tod und den vieler anderer Israel verantwortlich.

Israel gilt seit der islamischen Revolution 1979 als Irans Erzfeind . Immer wieder gibt es Berichte über Festnahmen, Verhaftungen und auch Hinrichtungen mutmaßlicher Agenten, denen Kooperation mit dem Mossad oder dem US-Auslandsgeheimdienst CIA vorgeworfen wird. Die iranischen Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Die iranischen Revolutionsgarden meldeten nach der Ermordung von Hassan Sayad Khodayar dann auch, mutmaßliche Mitglieder eines Netzwerks des israelischen Geheimdienstes Mossad verhaftet zu haben. Nach Angaben der IRGC-Website wurden »Krawallmacher«, die für den Mossad in Iran tätig sein sollen, verhaftet. Ihnen werden unter anderem Entführungen und Diebstahl vorgeworfen.

dop/dpa
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