Explosion in Natanz Iran bestätigt erstmals Sabotageakt in Atomanlage

Die iranische Atomorganisation bezeichnet eine Explosion Anfang Juli in der Atomanlage Natanz als bewusste Manipulation. Ob es sich um einen externen Angriff handelte, ließen die Sicherheitsbehörden jedoch offen.
Die Atomanlage Natanz im Jahr 2005

Die Atomanlage Natanz im Jahr 2005

Foto: A2800 epa Taherkenareh/ dpa

Die Untersuchungen der Explosion in der Atomanlage Natanz haben nach Angaben der iranischen Atomorganisation (AEOI) einen Sabotageakt bestätigt. Das sagte AEOI-Sprecher Behrus Kamalwandi am Sonntag dem iranischen Sender Al-Alam. "Aber wie es genau passierte, wird von den Sicherheitsbehörden zu gegebener Zeit bekannt gegeben", fügte er hinzu. Ob es ein interner oder externer Sabotageakt gewesen sei, sagte er nicht. 

Damit bezeichnete die iranische Atomorganisation die Explosion Anfang Juli in einem Industrieschuppen in der Anlage Natanz erstmals als Sabotageakt. Iran hatte die Explosion dort zwar bestätigt, aber zunächst nur von begrenzten Schäden gesprochen. Außerdem hatte die Explosion laut der Organisation auch keine Auswirkungen auf die Arbeit in der Atomanlage selbst, da sich in dem Industrieschuppen kein nukleares Material befunden habe. 

Dann aber räumte Sprecher Kamalwandi ein, die Explosion habe doch "beachtliche Schäden" angerichtet, auch finanzielle. Aber aus sicherheitstechnischen Erwägungen wollte damals keiner in Teheran über die die genaue Ursache des Vorfalls sprechen. Gesagt wurde nur, dass der Schuppen bald wieder aufgebaut werde - und moderner und effektiver als zuvor werden würde. 

In der Atomanlage Natanz im Zentraliran wird sowohl Uran angereichert als auch neue Zentrifugen gebaut und getestet. Daher gab es diverse Spekulationen darüber, was im Juli wirklich in der Anlage vorgefallen war. Die Rede war entweder von einer ausländischen Cyberattacke auf die Anlage oder einer Explosion bei den Tests der neuen Zentrifugen. Später wurde aber auch über einen internen Sabotageakt trotz strenger Überwachung gemunkelt. Das wurde aber nicht bestätigt.

Chef der Internationalen Atomenergiebehörde reist nach Iran

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Mariano Grossi, reist am Montag erstmals seit seinem Amtsantritt im Dezember nach Iran. In Teheran sind Treffen mit hochrangigen Vertretern des iranischen Atomprogramms geplant. Grossi will laut seiner Behörde einen "kooperativen, direkten Dialog mit der iranischen Regierung" aufbauen und über Irans Kooperation mit der IAEA sowie über Zugang für deren Inspektoren zu iranischen Atomanlagen sprechen.

Der Besuch findet gut eine Woche vor dem Treffen der Vertragspartner des internationalen Atomabkommens mit Iran am 1. September in Wien statt. Hintergrund des Treffens sind die jüngsten Spannungen zwischen den USA, die im Mai 2018 einseitig aus dem Abkommen ausgestiegen waren, und den europäischen Verbündeten.

pgo/dpa/afp
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