Angebliche Unruhestifter Iran will mehrere Spione des israelischen Geheimdiensts festgenommen haben

In Iran kommt es seit Tagen zu Protesten gegen Wassermangel. Nun melden Staatsmedien die Festnahme mehrerer Spione. Angeblich sollen sie in israelischem Auftrag geplant haben, die Unruhe zu schüren.
Ausgetrockneter See im Süden Irans (Archivbild): Immer wieder kämpft das Land mit Wassermangel

Ausgetrockneter See im Süden Irans (Archivbild): Immer wieder kämpft das Land mit Wassermangel

Foto: Ahmad Halabisaz / picture alliance / Photoshot

Immer wieder meldet Iran die Festnahme angeblicher Spione. Nun haben iranische Sicherheitskräfte staatlichen Medien zufolge angeblich ein Agentennetzwerk des israelischen Geheimdiensts entdeckt.

Den Berichten zufolge seien mehrere Spione festgenommen worden. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, im Auftrag des Geheimdiensts aus dem verfeindeten Israel tätig zu sein. Auch ein Waffenlager hätten die Sicherheitskräfte beschlagnahmt. Den Berichten zufolge hätten die dort gelagerten Waffen und Munition eingesetzt werden sollen, um die jüngsten Unruhen im Land weiter zu schüren.

»Mossad-Agenten haben geplant, die Waffen bei den Straßenprotesten und Attentaten einzusetzen«, wird ein iranischer Beamter in den Staatsmedien zitiert. Details zu den Festnahmen gab er nicht bekannt. Israel hat sich bisher nicht geäußert.

Regierung fürchtet, Proteste könnten sich ausweiten

Seit gut zwei Wochen gibt es in mehreren Städten immer wieder Proteste gegen Wassermangel. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit der Polizei, für die Teheran »Randalierer und konterrevolutionäre Terroristen« verantwortlich macht. Offiziellen Angaben zufolge seien mindestens zwei Demonstranten und ein Polizist ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden.

Laut Augenzeugen vor Ort sei die Zahl der Toten und Verletzten jedoch weitaus höher. Auch soll es mehrere Festnahmen gegeben haben, nachdem die Demonstranten regimekritische Parolen gerufen hatten. In der iranischen Regierung gibt es Befürchtungen, dass die Proteste außer Kontrolle geraten und sich weiter im Land ausweiten könnten.

Immer wieder beschuldigt Teheran Feinde aus dem Ausland, wie Israel, die USA und Saudi-Arabien, das Land durch das Schüren von Protesten und Gewalt destabilisieren zu wollen. Auch für die jüngsten Straßenproteste gaben Sicherheitskräfte angeblich bewaffneten Dissidenten die Schuld an der Eskalation. Sie sollen Zusammenstöße provoziert haben.

fek/asc/AP/Reuters/dpa

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.