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Nach israelischen Angriffen Iran will Zusammenarbeit mit Atombehörde »in neuer Form« fortsetzen

Iran hat die Zusammenarbeit mit der IAEA nach Attacken auf sein Atomprogramm ausgesetzt. Nun kündigte Außenminister Araghchi an, wieder Inspektoren ins Land lassen zu wollen – und nannte neue Bedingungen für deren Prüfmissionen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi

Foto: Eraldo Peres / AP

Teheran zeigt sich nach den jüngsten Angriffen Israels und der USA auf iranische Atomanlagen grundsätzlich bereit, weiter mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu kooperieren. Im Streit über sein Atomprogramm will Teheran die Zusammenarbeit jedoch »in neuer Form« fortsetzen.

Die Zusammenarbeit sei »nicht beendet, sondern wird eine neue Form annehmen«, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghchi am Samstag. Anfang Juli hatte Teheran die Zusammenarbeit wegen der Angriffe zunächst ausgesetzt.

Anschließend hatten die Inspekteure der IAEA Iran verlassen. Künftige Anfragen der Organisation zur Überwachung der iranischen Atomanlagen sollten »von Fall zu Fall geprüft werden«, erklärte Araghchi am Samstag vor ausländischen Diplomaten.

Er verwies staatlichen Medien zufolge auf ein neues Gesetz, das nach den israelischen und US-Luftangriffen im vergangenen Monat vom Parlament in Teheran verabschiedet wurde. Demzufolge müssen Inspektionen der Atomanlagen durch die IAEA vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat genehmigt werden. Araghchi begründete die neuen Hürden für die Inspektoren mit den Folgen der Angriffe.

»Die Gefahr der Verbreitung radioaktiven Materials und das Risiko der Explosion von Restmunition sind ernst«, sagte er. Der Zugang von IAEA-Inspektoren zu den Atomanlagen habe daher sowohl einen Sicherheitsaspekt als auch einen Aspekt, der die Sicherheit der Inspektoren selbst betreffe.

Araghchi bekräftigte Bedingungen im Atomstreit

Israel hatte am 13. Juni einen Großangriff auf Iran gestartet und tagelang insbesondere Atom- und Militäranlagen in dem Land bombardiert . Iran griff Israel daraufhin mit Raketen und Drohnen an. Die USA schalteten sich schließlich an der Seite Israels in den Krieg ein und bombardierten die iranischen Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan. Nach zwölf Tagen Krieg trat am 24. Juni eine Waffenruhe zwischen Israel und Iran in Kraft.

Für künftige Verhandlungen über das iranische Atomprogramm bekräftigte Araghchi die Bedingungen seiner Regierung. Diese werde keinem Abkommen zustimmen, das dem Land die Urananreicherung grundsätzlich nicht erlaube, sagte er. Zudem müssten sich Gespräche auf das Atomprogramm beschränken und dürften nicht Verteidigungsfragen wie das iranische Raketenprogramm umfassen. Westliche Staaten werfen Iran seit Langem vor, den Bau einer Atombombe anzustreben, was die Regierung in Teheran bestreitet.

asc/AFP/Reuters