Israel 14 Soldaten in Jerusalem verletzt, Palästinenser im Westjordanland getötet

Eine Woche nach der Ankündigung von Donald Trumps Plan für den Nahen Osten eskaliert der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern erneut. In Jerusalem fuhr ein Attentäter mit einem Auto in eine Gruppe von Soldaten.
Israelische Polizisten untersuchen den Ort des Anschlags auf Soldaten in Jerusalem

Israelische Polizisten untersuchen den Ort des Anschlags auf Soldaten in Jerusalem

Foto: Mahmoud Illean/ AP

Die US-Regierung will mit ihrem Nahostplan, den US-Präsident Donald Trump am 28. Januar präsentiert hatte, die Region befrieden. Doch in den vergangenen Tagen ist es erneut zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen israelischen Kräften und Palästinensern gekommen, bei denen mindestens zwei Menschen getötet wurden.

Bei einem Anschlag in Jerusalem sind in der Nacht zum Donnerstag 14 israelische Soldaten verletzt worden, einer davon schwer. "Ein Terrorist hat sein Fahrzeug in Richtung israelischer Soldaten gelenkt", teilte die israelische Armee mit. Sicherheitskräfte suchten nach dem Täter. Ein Soldat sei schwer verletzt worden, als der Attentäter mit seinem Auto in die Gruppe fuhr, die gerade die Straße überquerte. Zwei 20-Jährige seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, sagte ein Kliniksprecher. Einer davon mit schweren, einer mit leichten Verletzungen. Zunächst war von zwölf verletzten Soldaten die Rede gewesen.

Ein Polizeisprecher sagte, der Vorfall werde als Terroranschlag untersucht.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Im nördlichen Westjordanland wurde wenige Stunden später offenbar ein Palästinenser getötet. Nach palästinensischen Angaben waren israelische Soldaten in die Palästinenserstadt Dschenin vorgedrungen, um dort das Haus eines palästinensischen Attentäters zu zerstören. Bei der Konfrontation seien ein 19-Jähriger getötet und sieben weitere Palästinenser verletzt worden, teilte die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa mit.

Die israelische Armee bestätigte, es sei das Haus eines mutmaßlichen Attentäters zerstört worden, der 2018 an einem Anschlag beteiligt gewesen sei. Das Gebäude sei bereits zum zweiten Mal demoliert worden, nach der ersten Zerstörung sei es wieder aufgebaut worden.

"Während des Einsatzes haben die Sicherheitskräfte mehrere bewaffnete Terroristen identifiziert, die Sprengsätze auf sie geworfen und auf sie geschossen haben", hieß es in der Mitteilung der Armee. Die Soldaten hätten unter anderem mit Schüssen reagiert. Man untersuche den Vorfall.

Wenn die Berichte stimmen, ist es der zweite tote Palästinenser innerhalb von zwei Tagen. Ein 17-Jähriger wurde nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums am Mittwoch bei Zusammenstößen mit israelischen Soldaten in Hebron erschossen.

Aufruf zu Protesten gegen den Nahostplan

US-Präsident Trump hatte vor mehr als einer Woche einen Plan vorgestellt, der den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern lösen soll. Der Plan stieß international auf ein geteiltes Echo, weil er von den Palästinensern erhebliche Zugeständnisse an Israel verlangt .

Gleichzeitig würde er Israel die Annexion des Jordantals und von Siedlungen erlauben. Ein Palästinenserstaat wäre mit harten Auflagen verbunden und der Traum der Palästinenser von einer Hauptstadt im historischen Ost-Jerusalem zunichtegemacht.

Die Palästinenserführung hatte nach der Präsentation des Nahostplans zu Protesten im Westjordanland und im Gazastreifen aufgerufen.

mes/dpa/Reuters/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.