Berichte israelischer Medien Netanyahu soll heimlich zum saudischen Kronprinzen geflogen sein

Mit Bahrain und den Emiraten nimmt Israel diplomatische Beziehungen auf. Folgt jetzt Saudi-Arabien? Premier Netanyahu traf sich angeblich mit Kronprinz Mohammed bin Salman – auch US-Außenminister Pompeo soll dabei gewesen sein.
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman

Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman

Foto: ALEXEY NIKOLSKY/SPUTNIK/KREMLIN/POOL/EPA-EFE/REX

Israel bemüht sich um eine Annäherung an arabische Länder. Mit den Golfstaaten Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hatte sich die Regierung in Jerusalem zuletzt auf die Aufnahme diplomatischer Beziehungen verständigt. Jetzt steht offenbar auch Saudi-Arabien auf der Liste.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sei heimlich nach Saudi-Arabien gereist, melden mehrere israelische Medien. In der Stadt Neom habe er sich am Sonntag mit Kronprinz Mohammed bin Salman und US-Außenminister Mike Pompeo getroffen, berichteten israelische Zeitungen am Montag. Begleitet worden sei Netanyahu vom Chef des Auslandsgeheimdienstes Mossad, Jossi Cohen.

Das Büro des Regierungschefs wollte sich den Berichten zufolge nicht zu den Berichten über die außergewöhnliche Reise äußern. Falls sie bestätigt würde, wäre es die erste offiziell anerkannte Reise nach Saudi-Arabien. Medien in Saudi-Arabien berichteten nicht über ein Treffen.

Netanyahus Social-Media-Berater Topaz Luk schrieb am Montagmorgen auf Twitter, der Ministerpräsident mache Frieden, während Verteidigungsminister Benny Gantz Politik mache. Gantz will in einer Affäre um U-Boot-Käufe die Beschaffungsabläufe beleuchten lassen. Im Zuge der Affäre war auch Netanyahu unter Druck geraten.

Saudi-Arabien bestritt, dass ein solches Treffen stattgefunden habe. Der saudische Außenminister Prinz Faisal bin Farhan schrieb bei Twitter: »So ein Treffen gab es nicht. Die einzig anwesenden Regierungsvertreter waren amerikanisch und saudi-arabisch.«

Benjamin Netanyahu

Benjamin Netanyahu

Foto: ABIR SULTAN/EPA-EFE/REX

Saudi-Arabien hatte auf die Abkommen der Golfstaaten mit Israel zunächst zurückhaltend reagiert. Das Königreich gab aber seinen Luftraum für Flugverbindungen zwischen den drei Ländern frei. Das Überflugverbot basierte darauf, dass Saudi-Arabien Israel als Staat nicht anerkennt und keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält.

Israel sowie die sunnitischen Staaten Bahrain, die VAE und ihr regionaler Verbündeter Saudi-Arabien sehen im schiitischen Iran eine der größten Gefahren für die Stabilität im Nahen Osten.

Die arabischen Staaten verfolgten bislang den Ansatz, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen. Eine Friedensinitiative Saudi-Arabiens sieht eine Normalisierung der Beziehungen der arabischen Staaten zu Israel vor, falls sich der jüdische Staat aus allen 1967 besetzten Gebieten zurückzieht

als/dpa
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