Israel reißt Beduinendorf ab EU kritisiert Zerstörung palästinensischer Gebäude

Israelische Sicherheitskräfte haben im Westjordanland Dutzende palästinensische Gebäude abgerissen. Der Auswärtige Dienst verurteilt dies – auch einer von der EU finanzierten Schule drohe der Abriss.
Beduinen mit ihren Habseligkeiten

Beduinen mit ihren Habseligkeiten

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JAAFAR ASHTIYEH / AFP

Die EU hat die Zerstörung eines palästinensischen Beduinendorfs im besetzten Westjordanland durch die israelische Armee verurteilt. "Dieser großflächige Abriss bestätigt einmal mehr den bedauerlichen Trend der Beschlagnahmungen und Zerstörung seit Anfang des Jahres", erklärte  der Auswärtige Dienst der EU am Donnerstag. Die Entwicklung stelle ein Hindernis für eine Zweistaatenlösung dar.

Israelische Sicherheitskräfte hatten am Dienstagabend ein Dorf im nördlichen Jordantal abgerissen und so Dutzende Menschen obdachlos gemacht. Mit Bulldozern rissen sie Zelte, Schuppen, mobile Toiletten und Solarpanels nieder. Die israelische Armee erklärte, sie sei gegen "illegal errichtete" Unterkünfte auf militärischem Übungsgebiet vorgegangen.

Auch EU-finanzierter Schule drohe der Abriss

Der Auswärtige Dienst sprach in einem Statement von 70 zerstörten Gebäuden, die zu elf palästinensischen Familien mit insgesamt 41 Kindern gehörten. "Hinzu kommt der drohende Abriss der palästinensischen Schule in der Gemeinde Ras Al-Tin im zentralen Westjordanland, die von der EU und mehreren EU-Mitgliedstaaten co-finanziert wurde", erklärte der Dienst. Derzeit drohe 52 palästinensischen Schulen der Abriss.

Israel müsse "alle derartigen Zerstörungen" stoppen, insbesondere vor dem Hintergrund der humanitären Auswirkungen der Corona-Pandemie. Das Recht auf Bildung sei ein Menschenrecht, betonte der Auswärtige Dienst. Schon in der Vergangenheit hatten EU-Staaten Abrisse palästinensischer Gebäude kritisiert.

Israel hält das Westjordanland seit 1967 besetzt. In dem Gebiet leben etwa 2,8 Millionen Palästinenser sowie rund 450.000 Israelis in Siedlungen, deren Bau nach Einschätzung großer Teile der internationalen Gemeinschaft völkerrechtswidrig ist. Das Jordantal macht etwa 30 Prozent der Fläche des Westjordanlands aus. Das Vorgehen Israels richtet sich selten gegen ganze Gemeinden, meist werden nur einzelne Gebäude abgerissen.

slü/AFP
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