Nach Tötung von Extremistenführer Militante Palästinenser feuern mehr als hundert Raketen auf Israel

Israel tötet einen palästinensischen Milizenführer, die Extremisten reagieren mit massivem Raketenbeschuss auf Israel. Verteidigungsminister Gantz mobilisiert Tausende Reservisten.
Raketen werden aus Gaza-Stadt Richtung Israel abgefeuert

Raketen werden aus Gaza-Stadt Richtung Israel abgefeuert

Foto: Fatima Shbair / AP

Nach der gezielten Tötung eines militanten Palästinenserführers im Gazastreifen sind zahlreiche Raketen auf Israel abgefeuert worden. In mehreren Städten bis zum südlichen Rand der Küstenstadt Tel Aviv waren am Freitagabend Sirenen zu hören. Israelischen Medienberichten zufolge gingen die Raketen auf offenem Gelände nieder oder wurden vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Die Stadt Tel Aviv hat den Berichten zufolge aus Sorge vor weiteren Raketenangriffen Luftschutzräume geöffnet.

Israels Streitkräfte hatten zuvor den Militärchef der militanten Organisation Islamischer Dschihad (PIJ) im Gazastreifen,Tayseer al-Jabari, getötet. Der hochrangige Kommandeur war dem Militär zufolge für zahlreiche Raketenangriffe aus dem Gazastreifen und geplante Angriffe auf Zivilisten verantwortlich. Der Islamische Dschihad wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft (mehr dazu lesen Sie hier).

Nach der gezielten Tötung al-Jabaris hat Israels Verteidigungsminister Benny Gantz die Mobilisierung von 25.000 Reservisten genehmigt. Laut dpa bestätigte sein Büro dies am Freitagabend. Die Entscheidung ist dem Militär zufolge nach Beurteilung der Sicherheitslage gefallen.

Extremistengruppe spricht von mehr als hundert Raketen auf Israel

Die palästinensische Gruppe Islamischer Dschihad erklärte am Freitag, sie habe als Vergeltung für die Luftangriffe Raketen auf Israel abgefeuert. »Als erste Reaktion auf die Ermordung des Anführers Tayseer al-Jabari haben die Jerusalemer Brigaden Tel Aviv und die Städte im Zentrum und um den Gazastreifen herum mit mehr als hundert Raketen beschossen«, heißt es demnach in einer Erklärung des bewaffneten Flügels der Gruppe, wie Reuters berichtet. »Wir greifen Tel Aviv und die Städte des Zentrums und der Umgebung mit mehr als hundert Raketen an«, teilte der militärische Arm der Organisation am späten Freitagabend laut dpa mit.

Nach palästinensischen Angaben kamen bei der groß angelegten israelischen Militäraktion mit mehreren Luftangriffen mindestens zehn Menschen ums Leben, darunter neben al-Jabari ein fünfjähriges Kind und weitere PIJ-Mitglieder. Mindestens 75 Menschen seien verletzt worden.

Israels Ministerpräsident Jair Lapid sagte am Freitagabend: »Israel ist nicht an einer breiten Operation im Gazastreifen interessiert, hat aber auch keine Angst vor ihr.«

2019 hatte Israel bereits al-Jabaris Vorgänger, Dschihad-Militärchef Baha Abu al-Ata, gezielt getötet. Darauf folgten damals massive Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf israelische Orte und Gegenangriffe der israelischen Luftwaffe in dem Küstenstreifen. Nach einigen Tagen konnte mit Hilfe von Unterhändlern Ägyptens und der Vereinten Nationen eine Waffenruhe vereinbart werden.

ani/dpa/Reuters
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