Warnung an Israel Vier Außenminister kritisieren Annexionspläne als Verstoß gegen Völkerrecht

Israel will Teile des Westjordanlands annektieren. Nun haben sich die Außenminister Ägyptens, Deutschlands, Frankreichs und Jordaniens deutlich positioniert - und vor einem solchen Schritt gewarnt.
Luftbild der israelische Siedlung Ma'ale Efrayim im Westjordanland

Luftbild der israelische Siedlung Ma'ale Efrayim im Westjordanland

Foto: Oded Balilty/ dpa

In Kürze könnte Israel damit beginnen, seine Annexionspläne im Westjordanland umzusetzen. International stößt das Vorhaben auf Kritik. Nun haben auch die Außenminister Ägyptens, Deutschlands, Frankreichs und Jordaniens deutlich vor der geplanten Annexion gewarnt.

"Wir sind einhellig der Auffassung, dass jede Annexion der 1967 besetzten Palästinensischen Gebiete gegen das Völkerrecht verstoßen und die Grundlagen des Friedensprozesses gefährden würde", warnten die Minister, darunter auch Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), in einer vom Auswärtigen Amt verbreiteten Erklärung. Zuvor hatten sich die Minister in einer Videokonferenz beraten.

Israels Regierung nimmt als Grundlage für eine Annexion einen US-Plan. Dieser sieht vor, dass Israel sich rund 30 Prozent des 1967 im Sechstagekrieg eroberten Westjordanlands einverleiben kann. Die restlichen 70 Prozent sollen Teil eines Palästinenserstaates werden, allerdings unter strengen Auflagen. Die Palästinenser lehnen den Plan entschieden ab, aus ihrer Sicht wird Israel bevorzugt. Auch international ist der Plan höchst umstritten.

"Wir würden keinerlei Veränderung der Grenzen von 1967 anerkennen, die nicht von beiden Konfliktparteien vereinbart wurde. Wir sind uns ferner darin einig, dass ein solcher Schritt ernste Konsequenzen für die Sicherheit und Stabilität der Region haben und ein großes Hindernis für die Bemühungen um die Herbeiführung eines umfassenden und gerechten Friedens darstellen würde", erklärten die vier Außenminister weiter. Ein solcher Schritt "könnte auch Folgen für das Verhältnis zu Israel haben".

Die Minister betonten ein nachdrückliches Bekenntnis zu einer verhandelten Zweistaatenlösung auf der Grundlage des Völkerrechts und der einschlägigen Uno-Resolutionen. Sie boten Unterstützung dabei an, einen Weg zu Verhandlungen zu eröffnen.

asc/dpa
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