Konflikt im Nahen Osten Israel meldet Tötung von zweitem Extremistenführer

Israels Armee hat einen weiteren Militärchef der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen getötet. Unterdessen wurden Raketeneinschläge westlich von Jerusalem gemeldet.
Zerstörtes Gebäude in Gaza, in dem Dschihad-Kommandeur Chalid Mansur getötet wurde

Zerstörtes Gebäude in Gaza, in dem Dschihad-Kommandeur Chalid Mansur getötet wurde

Foto: Ibraheem Abu Mustafa / REUTERS

Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten geht weiter: Israels Armee hat nach eigenen Angaben einen weiteren Militärchef der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihd im Gazastreifen »gezielt getötet«. Der südliche Kommandeur des Islamischen Dschihads, Chalid Mansur, sei bei einem Luftangriff in der Stadt Rafah ums Leben gekommen, teilte das Militär mit. Zwei weitere ranghohe Dschihad-Mitglieder seien dabei ebenfalls getötet worden, darunter Mansurs Stellvertreter.

»In den vergangenen Tagen hat Mansur an der Vorbereitung eines Angriffs auf Israel mit einer Panzerabwehrrakete sowie Raketen gearbeitet«, hieß es in der Mitteilung. Er sei auch für Terroranschläge in der Vergangenheit verantwortlich.

Die radikal-islamische Organisation hat Mansurs Tod inzwischen bestätigt und drohte mit Vergeltung: »Das Blut der Märtyrer wird nicht vergeudet, und die heiligen Krieger werden dieses Blut nicht trocknen lassen, bis sie die Siedlungen des Feindes mit ihren Raketen bombardiert haben.«

Raketeneinschläge westlich von Jerusalem

Das israelische Militär hatte am Freitag die groß angelegte Militäraktion »Morgengrauen« gegen den Islamischen Dschihad gestartet. Dabei wurden der Militärchef Taisir al-Dschabari und weitere PIJ-Mitglieder getötet. Die eng mit Israels Erzfeind Iran verbundene Gruppe wird von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Israel macht den Islamischen Dschihad zudem für den Tod von fünf Kindern und einem Erwachsenen im Flüchtlingslager Dschabalia verantwortlich. Nach Angaben des Militärs wurden sie durch eine fehlgeleitete Dschihad-Rakete getötet.

Auch in der Nacht zum Sonntag griff die Luftwaffe mehrere Ziele im Gazastreifen an. Die Gegenseite antwortete wiederum mit Raketenbeschuss, die jedoch weitgehend in offenem Gelände einschlugen. In den israelischen Grenzorten am Rande des Gazastreifens gab es am Sonntagmorgen wieder Raketenalarm. Auch in Gemeinden westlich von Jerusalem heulten Sirenen. Zudem seien Explosionen zu hören gewesen, berichteten Zeugen der Nachrichtenagentur Reuters. Das deutete darauf hin, dass die palästinensischen Raketenangriffe nun weiter entfernt liegende Gebiete zum Ziel hatten. Berichte über mögliche Opfer gab es zunächst nicht.

Seit Freitag starben nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums 29 Menschen. Mindestens 253 seien verletzt worden. Unter den Toten sind demnach neben weiteren PIJ-Mitgliedern sechs Kinder und zwei Frauen.

Zugleich zeichnete sich am Sonntag ein weiterer Brennpunkt ab. So besuchten Juden ein großes Moscheegelände in Jerusalem, worin sie Reste zweier alter jüdischer Tempel sehen, derer sie gedenken wollten. Palästinensern gelten solche Besuche als religiöser und politischer Affront. Häufig ist es daraufhin zu gewaltsamen Protesten gekommen.

mkl/AFP/dpa/Reuters
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