Nach Tagen der Eskalation Israel öffnet wieder Grenzübergänge zum Gazastreifen

Die Festnahme eines Islamisten durch das israelische Militär hat im Gazastreifen zu tagelangen Scharmützeln geführt, Israel riegelte für eine Woche die Zugänge ab. Nun gilt eine neue Waffenruhe.
Ein Tanklaster rollt durch den wieder freigegebenen Übergang nach Gaza

Ein Tanklaster rollt durch den wieder freigegebenen Übergang nach Gaza

Foto: Ibraheem Abu Mustafa / REUTERS

Nach einer Woche voller Gefechte zwischen israelischen Streitkräften und militanten Palästinensern sind die Grenzübergänge zum Gazastreifen wieder geöffnet. Israel hatte die Übergänge vergangenen Montag nach der Festnahme eines Anführers des Islamischen Dschihads, Bassem Saadi, im Westjordanland geschlossen – und dies mit der Sorge vor Angriffen begründet. Seit Sonntagabend gilt eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe, die Grenzöffnung soll wieder Normalität ermöglichen.

Nach Beurteilung der Sicherheitslage seien der Grenzübergang Erez und der Warenübergang Kerem Schalom wieder offen, teilte die israelische Koordinierungsstelle für Aktivitäten in den Palästinensergebieten (COGAT) mit. Erste Treibstofftanks und humanitäre Hilfsgüter passierten einer Sprecherin zufolge am Morgen die Grenze.

Die Stromversorgung in dem Küstengebiet war am Samstag wegen fehlenden Treibstoffs von zwölf auf vier Stunden reduziert worden. Das palästinensische Gesundheitsministerium warnte daraufhin vor einer Einstellung der medizinischen Versorgung. Nach der Festnahme des Islamistenanführers waren vom Gazastreifen wieder Raketen gen Israel abgefeuert worden, auch die israelische Armee hatte Ziele in den Küstenstreifen beschossen.

Das israelische Militär hatte am Freitag die Militäraktion »Morgengrauen« mit Luftangriffen gegen den Islamischen Dschihad im Gazastreifen gestartet. Während der Operation wurden zwei Dschihad-Militärchefs getötet. Die eng mit Israels Erzfeind Iran verbundene Gruppe ist von der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft.

44 Tote, 360 Verletzte im Gazastreifen

Im Gazastreifen wurden seit Freitag 44 Menschen getötet und 360 verletzt, wie das palästinensische Gesundheitsministerium am Sonntagabend mitteilte. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch 15 Kinder und 4 Frauen. Die Palästinenser machten Israel dafür verantwortlich. Israels Armee betonte dagegen, fehlgeleitete Raketen des Dschihad hätten zivile Opfer im Gazastreifen gefordert.

Eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte am Morgen, es seien seit der Waffenruhe am Sonntagabend keine neuen Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden. Auch die israelische Armee habe keine neuen Ziele in dem Küstenstreifen angegriffen.

Rund zwei Millionen Einwohner leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die Macht an sich gerissen. Israel verschärfte daraufhin eine Blockade des Gebiets, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Staaten begründen die Maßnahme mit Sicherheitsinteressen.

mrc/dpa
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