Konflikt mit der Hisbollah Israel reagiert auf Angriffe aus dem Libanon

Die Spannungen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon nehmen zu. In der Nacht sind mehrere Schüsse auf israelische Soldaten gefallen. Die Armee attackierte daraufhin Beobachtungsposten der Hisbollah.
Hisbollah-Flagge an israelisch-libanesischer Grenze: Israels Armee hatte ihre Truppen zuletzt verstärkt

Hisbollah-Flagge an israelisch-libanesischer Grenze: Israels Armee hatte ihre Truppen zuletzt verstärkt

Foto: AZIZ TAHER / REUTERS

In den vergangenen Wochen hat die israelische Armee ihre Truppen an der Grenze zum Libanon mehrfach verstärkt. In der Nacht ist es nun erneut zu einem Zwischenfall gekommen. Nach Schüssen auf israelische Soldaten hat Israels Militär (IDF) Ziele in dem Nachbarland angegriffen.

Beschossen worden seien Beobachtungsposten der Hisbollah-Miliz im Grenzgebiet, teilten die IDF mit. Eingesetzt wurden demnach unter anderem Kampfhubschrauber.

Augenzeugen aus dem Süden Libanons gaben an, Gebiete in Mais al-Dschabal und Hula seien beschossen worden. Ein zur Hisbollah gehörender TV-Sender berichtete, dass Israels Artillerie auf beide Gebiete gefeuert habe. Im Norden Israels durften Bewohner Manaras und umliegender Gemeinden kurzzeitig ihre Häuser nicht verlassen; Straßen wurden gesperrt.

Der Libanon und Israel befinden sich offiziell noch im Krieg. An der gemeinsamen Grenze kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah. Die im Libanon sehr einflussreiche schiitische Organisation ist eng mit Iran verbündet und sieht wie Teheran in Israel einen Erzfeind. Der letzte Krieg zwischen der Hisbollah und Israel endete vor 14 Jahren. Im Libanon leben nach Uno-Schätzungen zudem 209.000 palästinensische Flüchtlinge.

Die israelische Armee hatte ihre Truppen an der Nordgrenze zuletzt verstärkt, nachdem der zur Hisbollah gehörende TV-Sender Israel für den Tod eines Mitglieds der Miliz bei einem Angriff in Syrien verantwortlich gemacht hatte. Befürchtet wurden in Israel daraufhin Vergeltungsaktionen. Das israelische Militär verhinderte zuletzt nach eigenen Angaben zwei Angriffe an den Grenzen des Landes im Norden.

Vergeltungsangriffe auf Ziele der Hamas

Auch gegen Ziele der radikalislamischen Hamas hat das israelische Militär erneut Vergeltungsangriffe geflogen. Als Reaktion auf Beschuss aus dem Gazastreifen mit an Ballons befestigten Brand- und Sprengsätzen hätten Kampfjets und Armeeflugzeuge militärische Positionen der Hamas im südlichen Gazastreifen beschossen, teilte die israelische Armee mit. Auch unterirdische Anlagen der Hamas seien attackiert worden.

Seit knapp drei Wochen reagiert die israelische Armee beinahe täglich auf Angriffe. Die Brandsätze lösten in Israel bereits Hunderte Brände aus.

Mann nahe Tel Aviv bei Messerangriff getötet

In der Nähe von Tel Aviv wurde am Mittwoch ein Israeli nach Angaben der Polizei von einem mutmaßlichen palästinensischen Angreifer erstochen worden. Das Opfer sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, der verdächtige Palästinenser sei am Tatort in der Stadt Petach Tikwa festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich nach seinen Angaben um einen Mann aus der Stadt Nablus im besetzten Westjordanland. Der Verdächtige sei im Besitz einer Arbeitserlaubnis für Israel. Laut Polizei hatte der 46-Jährige bei seiner Festnahme ein Küchenmesser bei sich.

asc/als/dpa
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