Angriff in streng religiöser Ortschaft Mehrere Tote bei Anschlag in Israel

Die Angreifer kamen mit Axt und Schusswaffe: Bei einem Anschlag östlich von Tel Aviv sind laut israelischen Sicherheitsbehörden mindestens drei Menschen getötet worden.
Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Elad

Sicherheitskräfte nach dem Anschlag in Elad

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AMMAR AWAD / REUTERS

Bei einem neuen Anschlag in Israel sind am Donnerstagabend mindestens drei Menschen getötet worden. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Zaka wurden drei weitere Menschen schwer verletzt.

Ein Polizeisprecher teilte mit, man gehe von zwei Tätern bei dem Angriff in der streng religiösen Ortschaft Elad östlich von Tel Aviv aus. Einer davon habe geschossen, ein anderer mit einer Axt Passanten angegriffen. In der Umgebung seien Straßensperren errichtet worden. Ein Polizeihubschrauber folge einem verdächtigen Fahrzeug. Der Bürgermeister von Elad forderte die Bewohner des Ortes im Fernsehen auf, in ihren Häusern zu bleiben, solange die Sicherheitskräfte noch im Einsatz seien.

Israel wird seit Wochen von einer Serie antiisraelischer Anschläge erschüttert. Vom 22. März bis zum Donnerstag wurden dabei 15 Menschen getötet. Bei Einsätzen der israelischen Sicherheitskräfte unter anderem im besetzten Westjordanland wurden 27 Palästinenser und drei arabische Israelis getötet, unter ihnen mehrere mutmaßliche Attentäter. Israel feierte am Donnerstag seinen 74. Unabhängigkeitstag.

Der militärische Arm der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas hatte sich am Montag zudem zu einem Anschlag bekannt, bei dem Freitag ein israelischer Wachmann am Eingang einer Siedlung im Westjordanland getötet worden war.

Hamas hatte weitere Anschläge angekündigt

Die Hamas hatte dabei auch weitere Anschläge angekündigt. Nach Angaben der Terrororganisation handelte es sich um eine Reaktion auf Israels Vorgehen auf dem Tempelberg in Jerusalems Altstadt. Sie warnte vor »Konsequenzen«, sollten Israelis am Donnerstag wieder den Tempelberg besuchen. Die Polizei erlaubte es am israelischen Unabhängigkeitstag jüdischen Israelis, die heilige Stätte zu besuchen. Dabei kam es erneut zu Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen gibt es jedoch immer wieder Verstöße. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle seine Kontrolle der heiligen Stätte ausweiten. Israel hat jedoch betont, man sei dem Status quo verpflichtet.

sol/dpa/AFP/AP