Abkommen unterzeichnet Israel und Bahrain nehmen diplomatische Beziehungen auf

Im Beisein von US-Finanzminister Mnuchin haben Vertreter von Israel und Bahrain die Aufnahme diplomatischer Beziehungen besiegelt. Mnuchin bezeichnete die wirtschaftlichen Chancen als "gewaltig".
Israels Nationaler Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat und Bahrains Außenminister Abdullatif al-Sajani in Manama

Israels Nationaler Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat und Bahrains Außenminister Abdullatif al-Sajani in Manama

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HAMAD I MOHAMMED / REUTERS

Jetzt ist es amtlich: Israel und Bahrain haben bei einer Zeremonie in Manama ein Kommuniqué zur formellen Aufnahme "uneingeschränkter diplomatischer Beziehungen" unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand am Sonntag bei einem Besuch hochrangiger Vertreter aus Israel und den USA in der Hauptstadt des Golfstaats Bahrains statt. Zuvor waren eine israelische und eine US-Delegation am Sonntag gemeinsam in den Golfstaat gereist.

Die Maschine der israelischen Fluggesellschaft El Al startete am Vormittag von Tel Aviv in Richtung Manama, wie das Außenministerium in Jerusalem bestätigte. Der Flug hatte die Nummer 973 - wie Bahrains Ländervorwahl. Bahrains Außenminister Abdullatif al-Sajani empfing die Delegation nach der Ankunft in Manama.

"Wir sind überzeugt, dass unser nächster Schritt zum echten und bleibenden Frieden führen wird, der die Rechte der Menschen im Nahen Osten wahrt", sagte Al-Sajani. Er bezeichnete den Besuch als "historisch". An der Spitze der US-Delegation stand Finanzminister Steve Mnuchin, die israelische Delegation wurde vom Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat angeführt.

Israel sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und Bahrain hatten Mitte September in Washington historische Abkommen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen unterschrieben. Sie können nun Botschaften im jeweils anderen Land eröffnen.

US-Minister Mnuchin prahlt mit Vermittlungsergebnis

Mnuchin sprach gegenüber Reportern am Sonntag vom "außergewöhnlichsten Ergebnis der vergangenen 25 Jahre" im arabischen Raum. Die wirtschaftlichen Chancen der drei Staaten seien "gewaltig". Von den arabischen Ländern hatten bisher nur Ägypten und Jordanien diplomatische Kontakte zu Israel.

Saudi-Arabien reagierte auf die Abkommen zurückhaltend. Das Königreich hat aber seinen Luftraum für Flugverbindungen zwischen Israel und den VAE sowie Bahrain freigegeben.

Im Gegenzug für die Vereinbarung mit den Emiraten will die israelische Regierung die Annektierung von Gebieten im besetzten Westjordanland aussetzen, das die Palästinenser für einen eigenen Staat beanspruchen. Die arabischen Staaten verfolgten bislang den Ansatz, die Lösung des Konflikts mit den Palästinensern zur Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel zu machen. Die Palästinenser fühlen sich daher von den jüngsten Abkommen verraten.

mes/dpa/AFP
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