Israelischer Geheimdienstminister Wer nuklear aufrüstet, »ist des Todes«

Steckt Israel hinter dem Mord an dem iranischen Atomwissenschaftler Fakhrizadeh? Ein klares Bekenntnis gibt es nicht – aber eine vielsagende Andeutung.
Zerstörtes Fahrzeug nach dem Anschlag auf den iranischen Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh

Zerstörtes Fahrzeug nach dem Anschlag auf den iranischen Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh

Foto: - / AFP

Das Auswärtige Amt hat nach der gezielten Tötung des iranischen Atomwissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh mehr Besonnenheit im Nahen Osten angemahnt. Die Europäische Union verurteilte die Tötung als »Straftat«.

Israels Geheimdienstminister hat die Kritik an dem tödlichen Anschlag nun als »Heuchelei« bezeichnet. »Sie kennen die iranischen Versuche, Atomwaffen zu erlangen, ganz genau«, sagte Minister Eli Cohen dem israelischen Armeesender. Teheran unterstütze außerdem radikale Gruppierungen in der gesamten Region.

»Anstatt ganz klar über notwendige Sanktionen zu sprechen, anstatt sicherzustellen, dass Iran nicht nach Atomwaffen strebt, sehen wir, wie sie (die Europäer, Anm. d. Red.) wieder den Kopf in den Sand stecken«, sagte der Geheimdienstminister.

Fakhrizadeh war am Freitag in einem Vorort der Hauptstadt Teheran getötet worden. Iran beschuldigte umgehend die USA und Israel. Die Regierung des jüdischen Staates hat sich offiziell nicht zu der Tat geäußert. Auch Cohen sagte, er wisse nicht, wer hinter der Tat stehe.

»Ich kann allerdings sagen, dass ich keine Träne über Fakhrizadehs Tod vergieße«, sagte Cohen. Der Atomphysiker sei an Bemühungen Irans um Atomwaffen beteiligt gewesen. Sein Tod sei positiv für den Nahen Osten und die ganze Welt.

Letztes Geleit: Ein iranischer Geistlicher betet für den getöteten Nuklearphysiker Mohsen Fakhrizadeh

Letztes Geleit: Ein iranischer Geistlicher betet für den getöteten Nuklearphysiker Mohsen Fakhrizadeh

Foto: - / AFP

»Israel hat deutlich gemacht, dass es Iran nicht erlauben wird, Atomwaffen zu erlangen«, sagte er. »Iran ruft zur Zerstörung Israels auf, und deshalb ist aus unserer Sicht jeder, der aktiv an nuklearen Aufrüstungsbestrebungen beteiligt ist, des Todes.«

Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte Fakhrizadeh bereits im April 2018 als Chef eines früheren geheimen iranischen Atomwaffenprogramms namens »Amad« bezeichnet.

dop/dpa