Schlag gegen Hamas-Technologie Israels Armee rechtfertigt Luftangriff auf Medienhochhaus in Gaza

Der Luftschlag war international kritisiert worden: Im Mai zerstörte die israelische Armee ein Hochhaus in Gaza, in dem sich auch Medienbüros befanden. Zu den Gründen für den Angriff blieb das Militär vage – bis jetzt.
Angriff auf das Medienhochhaus in Gaza am 15. Mai

Angriff auf das Medienhochhaus in Gaza am 15. Mai

Foto: Hatem Moussa / dpa

Mitte Mai hatte die israelische Armee im Kampf gegen die Hamas auch ein Mediengebäude in Gaza-Stadt angegriffen – nun hat das Militär seine Gründe für die Zerstörung des Hochhauses näher erläutert. Die islamistische Hamas habe dort an einer Technologie gearbeitet, die den Einsatz von Israels Raketenabwehr »Iron Dome« stören sollte, hieß es in einer Erklärung der Armee . Spezielle Ausrüstung der Islamisten dafür sei in dem Gebäude gelagert worden. Durch den Einsturz des Hochhauses sollte diese den Angaben zufolge zerstört werden.

Israels Luftwaffe hatte das Hochhaus im Gazastreifen Mitte Mai im Zuge des jüngsten bewaffneten Konflikts mit militanten Palästinensern angegriffen. Dabei wurden unter anderem Büros der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP) und des katarischen TV-Senders Al Jazeera zerstört. Die Zivilisten in dem Haus waren zuvor von israelischer Seite gewarnt worden und kamen nach Armeeangaben nicht zu Schaden. Die AP reagierte entsetzt, Journalistenverbände erhoben schwere Vorwürfe. International war der Luftschlag scharf kritisiert worden.

»Keine Beweise vorgelegt«

Der Journalistenverband Foreign Press Association (FPA) hatte kritisiert, die Zerstörung werfe die Frage auf, ob Israel bereit sei, die Pressefreiheit zu beeinträchtigen. »Wir stellen fest, dass Israel keine Beweise vorgelegt hat, um seine Behauptung zu untermauern, dass das Gebäude von der Hamas genutzt wurde«, hieß es damals in einem Schreiben des Verbands.

Die nun nachgeschobene Begründung für den Angriff fiel detaillierter aus als die erste Stellungnahme der israelischen Armee. Diese hatte zunächst eher vage davon gesprochen, dass auch der Militärgeheimdienst der Hamas das Gebäude genutzt habe. Israel wirft der Hamas immer wieder vor, militärische Ausrüstung in zivil genutzten Gebäuden unterzubringen und Raketen bewusst aus Positionen zwischen Wohngebäuden abzuschießen, um der israelischen Armee eine völkerrechtskonforme Vernichtung dieser Ziele zu erschweren.

mrc/dpa