»In keiner Weise mit der Ukraine verbunden« Russischer Astronaut äußert sich zu gelb-blauen Anzügen

Die Ähnlichkeit zur ukrainischen Flagge sei Zufall, sagte einer der Kosmonauten auf der ISS in einem Statement der russischen Raumfahrtbehörde. Zuvor hatte es Spekulationen um eine mögliche politische Botschaft gegeben.
Sergej Korsakow, Oleg Artemjew und Denis Matwejew nach ihrer Ankunft an der internationalen Raumstation ISS – in gelb-blauen Anzügen

Sergej Korsakow, Oleg Artemjew und Denis Matwejew nach ihrer Ankunft an der internationalen Raumstation ISS – in gelb-blauen Anzügen

Foto: Uncredited / dpa

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos veröffentlichte am Samstag auf Telegram ein Statement des Kosmonauten Oleg Artemjew. Darin widersprach er den Spekulationen, dass die Farbe seines Raumanzugs möglicherweise Solidarität mit der Ukraine zeigen sollte. »Es gibt keinen Grund, nach irgendwelchen versteckten Zeichen oder Symbolen in unserer Uniform zu suchen.« Neben dem Statement postete der Kanal mehrere Fotos von Artemjew mit Anzügen in den russischen Farben und der Flagge Russlands.

Zusammen mit Denis Matwejew und Sergei Korsakow war Artemjew am Freitag an der internationalen Raumstation ISS angedockt. Sie trugen gelbe Anzüge mit blauen Aufnähern, eine Farbgebung, die an die ukrainische Flagge erinnert. Seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine vor etwas mehr als drei Wochen nutzen Menschen auf der ganzen Welt gelb-blaue Symbole, um ihre Solidarität mit dem Land zu zeigen.

»Eine Farbe ist einfach eine Farbe. Sie ist in keiner Weise mit der Ukraine verbunden«, erklärte Artemjew in dem Statement weiter. »In diesen Tagen stehen wir, auch wenn wir uns im Weltraum befinden, zusammen mit unserem Präsidenten und unserem Volk!«

Die Farbe sei gewählt worden, weil sie im Wappen der Staatlichen Technischen Universität Moskaus vorkomme, heißt es in Artemjews Statement. Das sagte einige Stunden zuvor auch ein Sprecher der russischen Raumfahrtbehörde gegenüber der Nachrichtenseite Gaseta.ru. Alle drei Besatzungsmitglieder seien Absolventen der Universität.

Sanktionen erschweren internationale Zusammenarbeit

Kurz nach ihrer Ankunft am Freitag hatte Artemjew eine andere Antwort auf die Frage nach den Anzügen gegeben. In einem Livestream der Pressekonferenz sagte er laut einem Bericht des »Guardian«, dass es eine Menge des gelben Stoffs im Lager gegeben habe.

Die wegen des Angriffskriegs auf die Ukraine gegen Moskau verhängten Sanktionen belasten auch die Zusammenarbeit in der Raumfahrt schwer. Auf der ISS geht die Zusammenarbeit bisher aber weiter. Das solle zunächst auch so bleiben, betonten sowohl die USA als auch Russland. Bei ihrer Ankunft wurden die drei russischen Kosmonauten unter anderem von vier US-amerikanischen Kollegen und einem deutschen Astronauten empfangen – mit Jubel, Umarmungen, Händeschütteln, Klatschen, hochgestreckten Daumen und Erinnerungsfotos.

dpa/AP/taf