Mordprozess zum Fall Khashoggi Zeuge belastet Ex-Berater von Mohammed bin Salman

Ein Freund des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi hat zum Prozessauftakt von Einschüchterungsversuchen durch hohe saudi-arabische Beamte berichtet. Das Verfahren wird erst in einigen Monaten fortgesetzt.
Ermordeter Journalist Jamal Khashoggi (Archivbild aus dem Jahr 2015)

Ermordeter Journalist Jamal Khashoggi (Archivbild aus dem Jahr 2015)

Foto: Hasan Jamali / dpa

Im Prozess um den vor zwei Jahren ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat ein Zeuge von Bedrohungen durch den früheren saudi-arabischen Geheimdienstchef Saud al-Kahtani berichtet.

Bei dem Zeugen soll es sich übereinstimmenden Berichten zufolge um einen Freund Khashoggis, den ägyptischen Oppositionellen Ayman Nour, handeln. »Jamal erzählte mir, dass er Drohungen von Kahtani und dessen Umfeld erhalten habe«, zitierte die türkische Zeitung »Sabah« Nour.

Kahtani soll Khashoggi der Aussage zufolge auch gesagt haben, dass er seine Kinder kenne und wisse, wo sie lebten. Von Drohungen hatte Khashoggi selbst bereits berichtet.

Khashoggis Sorgen legten sich angeblich nach erstem Konsulatsbesuch

Nach seinem ersten Besuch im saudischen Konsulat wenige Tage vor seiner Ermordung hätten sich die Sorgen gelegt. Khashoggi habe gesagt, dass er vielleicht zu schlecht über die Saudis denke.

Kahtani ist für die türkischen Ermittler wichtig: Er und Ahmed al-Assiri, der frühere stellvertretende saudi-arabische Geheimdienstchef, werden beschuldigt, die Ermordung Khashoggis angeordnet zu haben.

Die weitere Verhandlung wurde von dem Istanbuler Gericht nach rund einer Stunde vertagt. Der nächste Prozesstag in Istanbul solle am 4. März stattfinden.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Die türkische Justiz rollt den Fall auf. Der Prozess begann im Juli und kommt nur äußert schleppend voran.

Eine Stunde Verhandlung – drei Monate Pause

Am heutigen zweiten Prozesstag wurden neben der Aussage Nours noch weitere Angeklagte in den Prozess aufgenommen, darunter laut der Nachrichtenagentur Reuters auch ein Vizekonsul. Das Gericht hatte zuvor zwei Anklageschriften zusammengeführt. Von den nun insgesamt 26 Angeklagten habe keiner an dem Prozess teilgenommen.

Von vorgeladenen zwei Zeugen sei nur einer erschienen und der Verhandlungstag nach einer knappen Stunde für beendet erklärt worden.

fek/dpa/AFP/Reuters