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Demo gegen Trumps Vize Urlaub von JD Vance empört Anwohner in englischer Bilderbuchgemeinde

Die malerischen Cotswolds nordwestlich von London sind ein Magnet für Promis und Reiche. Einen Gast allerdings wollen viele Einheimische nicht willkommen heißen: US-Vizepräsident JD Vance. Der Widerstand formiert sich.
Lastwagen mit Karikatur von JD Vance (in Charlbury)
Lastwagen mit Karikatur von JD Vance (in Charlbury)

Lastwagen mit Karikatur von JD Vance (in Charlbury)

Foto: Toby Melville / REUTERS

Auch ein US-Vizepräsident braucht mal Urlaub. JD Vance hat sich zwar der »Make America Great Again«-Agenda seines Chefs Donald Trump verschrieben – ausspannen möchte er aber lieber in England. Konkret: in der malerischen Cotswolds-Region. Dort allerdings ist der Republikaner eher nicht willkommen.

Rund 100 Menschen haben in dem englischen Dorf Charlbury gegen den Urlaubsaufenthalt von Vance und seiner Familie protestiert. »Die Menschen von Cotswolds sind heute hier, um JD Vance zu sagen, dass er hier nicht willkommen ist«, sagte der Vertreter der Organisation Stop Trump Coalition, Jake Atkinson, am Dienstag bei der Demonstration. Überschrieben war die Aktion mit »Dance against Vance«, also: Tanzen gegen Vance.

Protestplakate gegen Vance

Protestplakate gegen Vance

Foto: Toby Melville / REUTERS

Auf Schildern der Demonstranten waren Sprüche wie »Geh nach Hause«, »Nicht-Willkommen-Party« und »Verpiss dich« zu lesen. Die britische Polizei und US-Sicherheitskräfte waren in großer Zahl in dem kleinen Dorf vertreten.

Die Gegend in Oxfordshire hat in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr wohlhabende Hauptstädter und auch Prominente angezogen. Unter anderem wohnt der ehemalige britische Premier David Cameron in der Nachbarschaft. Diese Entwicklung hat unter anderem auch die Immobilienpreise in die Höhe schießen lassen.

Ein Empfang der frostigen Sorte

Bewohner der sonst ruhigen Gemeinde kritisierten den Aufruhr in ihrem Heimatdorf und den US-Vize selbst. »Es ist störend und eine ziemliche Überraschung«, sagte der 53-jährige Phil Ball. »Wir wollten ihm den gleichen Empfang bescheren, wie er dem (ukrainischen Präsidenten Wolodymyr) Selenskyj im Weißen Haus beschert hat«, sagte der 75-jährige Anwohner Lou Johnson mit Bezug auf den Eklat in Washington im Februar, als Vance und US-Präsident Trump den ukrainischen Staatschef vor laufenden Kameras bloßstellten.

Neben den politischen Ansichten des Trump-Vize stören sich viele Anwohner auch an den erheblichen Verkehrsbehinderungen durch den unerwünschten Besucher. Auch der US-Vizepräsident reist mit einer großen Entourage, unter anderem einer ganzen Schar von Agenten des Secret Service. Immer wieder würden Straßen und Wege gesperrt und Autos durchsucht, beklagte ein Anwohner gegenüber dem »Guardian«. Manche der eher deutlicheren Protestplakate seien von Secret Service entfernt worden, sagte er weiter.

Vance hatte seinen Urlaub in Großbritannien in der vergangenen Woche mit einem Treffen mit dem britischen Außenminister David Lammy begonnen. Berichten zufolge will er später noch Schottland besuchen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Cotswolds seien südwestlich von London. Wir haben den Fehler korrigiert.

jok/AFP