Jean Schmidt aus Ohio Republikanerin nennt Schwangerschaft nach Vergewaltigung »Chance« für Frauen

Im US-Bundesstaat Ohio wollen die Republikaner Abtreibungen weitestgehend verbieten. Die erzkonservative Abgeordnete Jean Schmidt sorgte nun mit einer Aussage in einem Ausschuss für Aufsehen.
Die Republikanerin Jean Schmidt

Die Republikanerin Jean Schmidt

Foto: Bill Clark / CQ-Roll Call, Inc via Getty Images

Noch sind in den USA Abtreibungen ungefähr bis zur 24. Schwangerschaftswoche erlaubt. Doch möglicherweise entscheidet der Oberste Gerichtshof bald über eine Verschärfung von Abtreibungsverboten (lesen Sie hier mehr ). Auch in dem von den konservativen Republikanern regierten Bundesstaat Ohio wird bereits an einem neuen Gesetz gearbeitet, das Abtreibungen massiv erschweren soll.

Die erzkonservative Abgeordnete Jean Schmidt fordert ein fast vollständiges Abtreibungsverbot in Ohio. In einem Ausschuss für die Erarbeitung eines entsprechenden Gesetzentwurfs sorgte sie nun mit einer Aussage für Aufsehen, über die unter anderem die »Washington Post«  berichtet. Ihr wurde von Richard Brown, einem Abgeordneten der Demokraten, ein hypothetischer Fall vorgelegt: Würde der Gesetzentwurf auch eine Teenagerin zwingen, das Kind ihres Vergewaltigers zu bekommen? Schmidts Antwort war ein Ja. Und das Kind, das aus der Vergewaltigung entstehe, sei doch eine »Chance« für das Mädchen, behauptete sie.

»Es ist eine Schande, dass das passiert, aber es ist eine Chance für diese Frau, egal wie jung oder alt sie ist, eine Entscheidung darüber zu treffen, was sie tun wird, um diesem Leben zu helfen, ein produktives menschliches Wesen zu werden«, sagte die 70-Jährige demnach.

Der Demokrat Brown konterte laut dem Bericht, auch das vergewaltigte Mädchen habe doch Rechte – »und ich glaube nicht, dass wir die Rechte der Person, die vergewaltigt wurde, aus den Augen verlieren dürfen.«

Das Abtreibungsrecht ist eines der in den USA am meisten umkämpften gesellschaftlichen Themen. Der Supreme Court hatte 1973 in seinem Grundsatzurteil »Roe v. Wade« das grundsätzliche Recht von Frauen auf einen Schwangerschaftsabbruch verankert. Als Richtlinie gilt, dass Abtreibungen grundsätzlich so lange erlaubt sind, bis der Fötus außerhalb des Mutterleibs lebensfähig wäre.

Derzeit ist beim Supreme Court noch eine Klage gegen ein Gesetz in Mississippi anhängig, das fast alle Abtreibungen nach der 15. Schwangerschaftswoche verbietet. Sollte die konservative Mehrheit der neun Richter die Regelung bestehen lassen, könnten auch andere Bundesstaaten Abtreibungen weiter einschränken.

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