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Strategische Attacke auf Amazon-Chef Bezos Der Cyberkrieg des Mohammed bin Salman

Der Hackerangriff auf Jeff Bezos per WhatsApp ist wohl kein Einzelfall, sondern Teil der digitalen Spionagestrategie des saudischen Kronprinzen.
aus DER SPIEGEL 5/2020
Thronfolger Mohammed bin Salman: Das Mobiltelefon als Waffe

Thronfolger Mohammed bin Salman: Das Mobiltelefon als Waffe

Foto: SAUDI ROYAL COURT / REUTERS

In der Welt des Mohammed bin Salman genügt ein Blick, ein kurzer Wink, schon ist ein Untergebener zu Diensten. Der 34 Jahre alte Kronprinz, genannt MbS, ist es gewohnt, Befehle zu erteilen. Mit dem Segen seines Vaters, des Königs von Saudi-Arabien, herrscht er über eine der letzten absolutistischen Monarchien, die es noch gibt.

Ist es möglich, dass dieser Mächtige selbst Hand anlegt, um einen schmutzigen und kriminellen Angriff durchzuführen? Seit dieser Woche werden sich die Untergebenen und Freunde des Kronprinzen an den Gedanken gewöhnen müssen. Seine Feinde haben ihm schon länger alles zugetraut.

Was sich anfangs noch wie eine Verschwörungstheorie anhörte, wurde durch einen Uno-Bericht am Mittwoch bestätigt: Das Mobiltelefon des Kronprinzen diente als Waffe in einem digitalen Krieg. Nach einem WhatsApp-Kontakt zwischen dem Prinzen und Jeff Bezos, dem Gründer der Handelsplattform Amazon und Inhaber der "Washington Post", begann ein Schadprogramm im Mai 2018, Daten von Bezos' iPhone abzusaugen: Textnachrichten, Fotos, Notizen, viele Gigabyte Daten des Multimilliardärs.

Es war der Super-GAU für einen Unternehmer, der sich gern als digitaler Vordenker inszeniert und viel Geld mit dem Bereitstellen von Rechnerleistung verdient, auch fürs Pentagon. Einen Clash wie den zwischen Bezos und Mohammed bin Salman gab es selten: der zweitreichste Mann der Welt gegen einen Prinzen, der so viel Macht besitzt wie wenige andere. Der Hackerangriff zeigt, wie ruchlos der Kronprinz gegen jene vorgeht, in denen er Kritiker oder Feinde sieht.

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