Nordjemen Huthi-Rebellen melden mehr als 90 Tote bei Überschwemmungen

Tausende Familien sind betroffen, viele Gebäude zerstört, Dutzende Menschen tot: Starke Regenfälle treffen den vom Krieg geplagten Jemen hart.
Schwere Regenfälle in Jemens Hauptstadt Sanaa

Schwere Regenfälle in Jemens Hauptstadt Sanaa

Foto: Yahya Arhab / EPA

Im Norden des Jemen sind bei Überschwemmungen nach Angaben der Huthi-Rebellen mehr als 90 Menschen ums Leben gekommen. 140 Gebäude seien dort nach schweren Regenfällen eingestürzt und mehr als 5000 weitere beschädigt worden, teilte ein Sprecher des sogenannten humanitären Rats mit.

Mehr als 24.000 Familien seien in verschiedenen von den Rebellen beherrschten Provinzen betroffen, sagte der Sprecher laut einem Bericht des Fernsehsenders Al-Masirah. Die Wassermassen hätten auch das alte Zentrum der Hauptstadt Sanaa sowie Ackerland beschädigt.

Im Jemen tobt seit mehr als sieben Jahren ein Bürgerkrieg, der das arme Land auf der Arabischen Halbinsel in eine humanitäre Katastrophe gestürzt hat. Im April handelten die Kriegsparteien eine Waffenruhe aus. Diese wurde im Juni und zuletzt noch einmal im August verlängert. Zuvor hatte es seit 2016 keine Feuerpause mehr in dem Land gegeben.

Die Zerstörungen durch regelmäßige Überschwemmungen in der Regenzeit, die normalerweise im August endet, haben die aktuelle humanitäre Krise noch verstärkt. Das Land im Süden der Arabischen Halbinsel ist stark vom Klimawandel bedroht. Durch die Erderwärmung drohen dem Land unter anderem noch mehr Wasserknappheit, Hitzewellen, Sandstürme, Erdrutsche sowie steigende Meeresspiegel und überflutete Küsten.

Schon vor anderthalb Wochen hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitgeteilt, dass Sturzfluten in der Provinz Marib Tausende vertrieben und ihre Unterkünfte stark beschädigt hätten. IOM-Helfer versorgten danach mehr als 3400 Familien.

asa/dpa
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