Jemen Schwere Explosion am Flughafen von Aden nach Ankunft neuer Regierung

Im Jemen kämpfen seit 2015 mehrere Parteien um die Macht im Land. Eine neue Regierung sollte ein Neubeginn sein, das Kabinett wurde aus Saudi-Arabien eingeflogen. Nun erschütterte eine schwere Explosion die Ankunft.
Ein Sicherheitsmann sucht Schutz nach der schweren Explosion in Aden

Ein Sicherheitsmann sucht Schutz nach der schweren Explosion in Aden

Foto: FAWAZ SALMAN / REUTERS

Im Jemen herrscht seit knapp sechs Jahren ein blutiger Krieg um die Führung des Landes. Eine von Saudi-Arabien unterstützte Regierung unter Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi kämpft gegen die aus Iran unterstützte Huthi-Miliz. Während der Ankunft der neu gebildeten Regierung Hadis ist es nun zu einer schweren Explosion gekommen.

Der Vorfall ereignete sich Zeugenberichten zufolge kurz nach der Landung eines aus Saudi-Arabien kommenden Flugzeuges in der Hafenstadt Aden. Der Regierungschef und das Kabinett sind nach Angaben von Informationsminister Muammar Al-Erjani aber wohlauf. »Wir versichern unseren Leuten, dass alle Kabinettsmitglieder sicher sind«, schrieb er via Twitter. Es handle sich um einen »feigen Terroranschlag der von Iran unterstützten Huthi-Miliz«.

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Durch die Explosion, die Augenzeugen zufolge von mehreren Schüssen begleitet wurde, gingen Fenster zu Bruch; mehrere Menschen sind verletzt worden, wie in sozialen Netzwerken zu sehen war. Die Hintergründe und das Ausmaß des Vorfalls blieben zunächst unklar. Die Nachrichtenagenturen Reuters und AP berichten unter Berufung auf Regierungskreise, dass es mehrere Tote gegeben habe.

Der UN-Sonderbeauftragte für den Jemen, Martin Griffiths, schrieb auf Twitter: »Ich verurteile den Angriff auf den Flughafen von Aden bei der Ankunft des Kabinetts und die Tötung und Verletzung vieler unschuldiger Zivilisten.« Sein Beileid gelte allen Hinterbliebenen der Opfer. »Diese inakzeptable Gewalttat ist eine tragische Erinnerung daran, wie wichtig es ist, den Jemen dringend auf dem Weg des Frieden zurückzubringen.«

Den Machtkampf beilegen

Präsident Hadi hatte die 24 Minister der neu gebildeten Regierung am Samstag in einer Zeremonie in Saudi-Arabien vereidigt. Die neue Regierung besteht sowohl aus Vertretern des Nordens als auch des Südens und folgt auf ein Abkommen, auf das sich die Konfliktparteien 2019 in Saudi-Arabien geeinigt hatten. Das neue Bündnis der Regierung des Jemens mit den Separatisten des Südens soll deren Machtkampf in dem Bürgerkriegsland beilegen. Die Maschine aus Riad landete einer Quelle der jemenitischen Regierung zufolge inmitten eines »intensiven Sicherheitseinsatzes« in Aden.

Das Land auf der Arabischen Halbinsel ist einer der ärmsten Staaten der Welt. Der Bürgerkrieg, in dem ein Bündnis unter Führung Saudi-Arabiens seit 2015 gegen die Huthis kämpft, hat das Leid der Menschen noch deutlich vergrößert. 24 Millionen Menschen – rund 80 Prozent der Bevölkerung – sind heute auf irgendeine Form von humanitärer Hilfe angewiesen. Zehntausende Menschen wurden seit Kriegsbeginn getötet, Millionen Einwohner mussten flüchten. Hungersnöte und Seuchen setzen den Jemeniten ebenfalls zu.

mrc/slü/dpa/Reuters/AP
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