Provinz Marib Offenbar mindestens 120 Tote bei Kämpfen im Jemen

Es sind die schwersten Gefechte seit 2018: Der Bürgerkrieg im Jemen hat in den letzten 24 Stunden zahlreiche neue Todesopfer gefordert. Bei den Kämpfen geht es auch um Gas und Öl.
Ein Kämpfer der Huthi-Rebellen auf der Beerdigung eines Kameraden

Ein Kämpfer der Huthi-Rebellen auf der Beerdigung eines Kameraden

Foto: Mohammed Huwais / AFP

Bei schweren Gefechten um die ölreiche Provinz Marib im Jemen sind innerhalb von 24 Stunden offenbar mindestens 120 Kämpfer der Huthi-Rebellen getötet worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa in Berufung auf Militärkreise. Die Huthi-Rebellen würden versuchen, die strategisch wichtige Stadt durch Angriffe an mehreren Fronten einzunehmen.

Zu den Opfern aufseiten der Regierungstruppen gab es keine Angaben. Der Rebellen-nahe Fernsehsender Al-Masirah berichtete unterdessen von Luftangriffen des von Saudi-Arabien angeführten Bündnisses, das im Land an der Seite der jemenitischen Regierung gegen die Huthis kämpft.

Schwerste Kämpfe seit 2018

Bei der Offensive auf Marib handelt es sich um die schwersten Kämpfe seit 2018. Die schiitischen Huthis, die vom Iran unterstützt werden, konnten in der östlich der Hauptstadt Sanaa gelegenen Provinz zahlreiche Gebiete einnehmen und diese auch gegen die angreifenden Regierungstruppen verteidigen. Zugleich verstärkten die Rebellen ihre Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien.

Die Huthis kontrollieren große Teile des Nordjemen und Gebiete, in denen etwa 70 Prozent der Bevölkerung leben. Marib ist dort die letzte große von der Regierung kontrollierte Provinz und von strategisch wichtiger Bedeutung. Sollten die Rebellen die Stadt einnehmen, hätten sie die Kontrolle über einen Großteil der Öl- und Gasproduktion des verarmten Landes.

bah/dpa
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