Generalsekretär Stoltenberg Nato wird auch im Fall einer russischen Invasion keine Soldaten in die Ukraine schicken

»Es gibt einen Unterschied zwischen einem Mitglied und einem hochgeschätzten Partner«: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat klargestellt, wie das Bündnis reagieren wird, sollte Russland in die Ukraine einmarschieren.
Jens Stoltenberg ist seit Oktober 2014 Generalsekretär der Nato

Jens Stoltenberg ist seit Oktober 2014 Generalsekretär der Nato

Foto: JOHN THYS / AFP

Der Westen befürchtet weiterhin einen Einmarsch Russlands in die Ukraine. Unter anderem die USA und Großbritannien senden Waffen nach Kiew, mehrere Nato-Mitglieder haben unlängst angekündigt, weitere Truppen in Osteuropa zu stationieren. Zu einem Einsatz von Nato-Truppen in der Ukraine werde es aber selbst bei einer Invasion nicht kommen. Das sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der BBC am Sonntag.

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Auf die Frage, ob er die Entsendung von Nato-Truppen in die Ukraine im Falle eines russischen Einmarschs ausschließen würde, sagte Stoltenberg: »Wir haben keine Pläne, Nato-Kampftruppen in die Ukraine zu entsenden.« Man konzentriere sich darauf, die Ukraine dabei zu unterstützen, »die Möglichkeiten zur Selbstverteidigung« zu verbessern. Es gebe einen Unterschied zwischen einem Nato-Mitglied und »einem starken und hochgeschätzten Partner wie der Ukraine«.

Es werde aber im Falle einer Invasion harte Sanktionen gegenüber Russland geben. Die Nato sei auch bereit, ihre Truppenstärke in Osteuropa erneut zu verstärken.

Die britische Außenministerin Liz Truss bezeichnete es am Sonntag als »sehr unwahrscheinlich«, dass britische Soldaten in die Ukraine gesendet werden. Es gehe Großbritannien darum, sicherzustellen, dass die ukrainischen Truppen alles hätten, was sie bräuchten. Eine Invasion Russlands hingegen halte sie für »sehr wahrscheinlich«, sagte Truss.

Premierminister Boris Johnson will die britischen Truppen in Osteuropa verdoppeln.

Russland hatte der Nato und den USA im vergangenen Monat Entwürfe für Vereinbarungen übergeben, in denen der Kreml Sicherheitsgarantien in Europa verlangt. Unter anderem wird darin ein Ende der Nato-Osterweiterung gefordert, durch die sich Russland bedroht sieht. Insbesondere will der Kreml eine Aufnahme der Ukraine in das westliche Verteidigungsbündnis verhindern. Die USA und die Nato verdächtigen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, einen Einmarsch in die benachbarte Ukraine zu planen. Der Kreml weist das zurück. Seine Forderungen an den Westen hatte der Kreml mit einem bedrohlichen Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine flankiert.

svs/Reuters