Bis Oktober 2024 Nato verlängert Vertrag von Generalsekretär Stoltenberg um ein weiteres Jahr
Jens Stoltenberg
Foto:Susan Walsh / AP
Jens Stoltenberg bleibt als Generalsekretär des transatlantischen Verteidigungsbündnisses Nato ein weiteres Jahr im Amt. Der Norweger verkündete die Verlängerung auf Twitter selbst. Er fühle sich durch die Entscheidung der Mitgliedstaaten »geehrt«, schrieb Stoltenberg. Er bleibt demnach bis mindestens zum 1. Oktober 2024 im Amt. Der offizielle Account der Nato teilte den Beitrag.
Honoured by #NATO Allies' decision to extend my term as Secretary General until 1 October 2024. The transatlantic bond between Europe & North America has ensured our freedom & security for nearly 75 years, and in a more dangerous world, our Alliance is more important than ever.
— Jens Stoltenberg (@jensstoltenberg) July 4, 2023
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Die Verlängerung mit Stoltenberg dürfte den Bündnispartnern mehr Zeit bei der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin bringen. Versuche der Mitgliedstaaten, sich auf einen anderen Kandidaten zu einigen, hatten sich zuletzt schwierig gestaltet.
Stoltenberg, der seit fast neun Jahren Nato-Generalsekretär ist, hatte in den vergangenen Monaten mehrfach erklärt, dass er eigentlich keine weitere Amtszeit anstrebe. Nach Angaben aus seinem Umfeld macht er nun aber aus »Pflichtbewusstsein« weiter.
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Vor allem die US-Regierung hatte den 64-Jährigen zuletzt immer wieder für seine Führungsstärke seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine gelobt. Stoltenberg habe einen »unglaublichen Job« gemacht, sagte Mitte Juni beispielsweise Präsident Joe Biden. Auch Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist ein Fürsprecher Stoltenbergs.
Stoltenberg muss derzeit vor allem bei der Erweiterung des Bündnisses vermitteln. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und auch Ungarn blockieren seit Monaten eine Aufnahme Schwedens. Die Norderweiterung ist angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine eine Priorität, kann von den Mitgliedern aber nur einstimmig beschlossen werden.
Als mögliche Anwärter für die Nachfolge Stoltenbergs hatten in den vergangenen Monaten unter anderen die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und der britische Verteidigungsminister Ben Wallace gegolten. Beide waren allerdings nicht unumstritten.
Nur ein Niederländer war noch länger im Amt
In der Geschichte des Bündnisses ist Stoltenberg bereits jetzt der am zweitlängsten amtierende Generalsekretär. Am längsten war bislang der Niederländer Joseph Luns der höchste internationale Beamte der Allianz. Er amtierte von 1971 bis 1984.