Nach Antisemitismus-Vorwürfen Labour nimmt ehemaligen Parteichef Corbyn wieder auf

Der frühere Vorsitzende der britischen Labourpartei, Jeremy Corbyn, darf wieder Mitglied sein. Nach umstrittenen Äußerungen war er Ende Oktober ausgeschlossen worden. Auf Twitter zeigt er sich nun zufrieden.
Wiederaufgenommenes Mitglied der Labourpartei: Jeremy Corbyn (Archivbild)

Wiederaufgenommenes Mitglied der Labourpartei: Jeremy Corbyn (Archivbild)

Foto: ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Die britische Labourpartei nimmt ihren Ex-Parteichef Jeremy Corbyn nach einem vorübergehenden Ausschluss wegen Antisemitismus-Vorwürfen wieder auf. Das für Parteiausschlüsse zuständige Parteigremium habe entschieden, dass Corbyn wieder Parteimitglied werden dürfe, berichteten mehrere britische Medien am Dienstag. Corbyn zeigte sich auf Twitter »zufrieden« mit der Entscheidung; Kritik kam von seinem Amtsnachfolger Keir Starmer.

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Corbyn war im Oktober ausgeschlossen worden, nachdem er die Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung zu antisemitischen Tendenzen in seiner Partei als übertrieben bezeichnet hatte.

Der 71-Jährige hatte vor den Beratungen am Dienstag auf seiner Facebook-Seite eine Erklärung veröffentlicht. Darin heißt es: »Um das klarzumachen, Sorgen über Antisemitismus sind weder ›übertrieben‹ noch ›überspitzt‹.« Er habe nur klarmachen wollen, dass die große Mehrheit der Labour-Mitglieder überzeugt antirassistisch sei und Antisemitismus entschieden ablehne.

In dem Bericht hieß es , Partei und ehemaliger Vorsitzender hätten Diskriminierung und Schikanen gegen Juden jahrelang zugelassen. Nachdem Corbyn dies in einem Interview zurückwies, folgte der Parteiausschluss. Der Alt-Linke war Labour-Chef zwischen 2015 und April 2020. Unter seiner Führung erlitt die Partei bei der Parlamentswahl im vergangenen Dezember die schwerste Niederlage seit 1935. Inzwischen wird Labour von Keir Starmer geführt.

Labour-Chef Starmer sprach nach der Wiederaufnahme Corbyns von einem »weiteren schmerzhaften Tag für die jüdische Gemeinschaft und jene Labour-Mitglieder, die so hart gekämpft haben, um gegen den Antisemitismus anzugehen«.

kim/dpa/AFP
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