Im morgendlichen Pendlerverkehr Ein Toter und viele Verletzte bei zwei Explosionen an Bushaltestellen in Jerusalem

In Jerusalem kam es am Morgen am Stadtrand zu zwei Explosionen. Mindestens 15 Menschen wurden verwundet, ein Opfer ist seinen Verletzungen inzwischen erlegen. Die Hintergründe sind noch unklar.
Explosion an einer Bushaltestelle in Jerusalem

Explosion an einer Bushaltestelle in Jerusalem

Foto: Ronen Zvulun / REUTERS

Bei zwei Explosionen an Bushaltestellen im Großraum Jerusalem ist nach Polizeiangaben ein Mensch gestorben und mindestens 14 weitere Menschen verletzt worden. Ein Sprecher des Rettungsdienstes Zaka bestätigte am Mittwoch, ein Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Unter den Opfern gab es mehrere Schwerverletzte. Die Polizei sprach vom Verdacht auf einen kombinierten Anschlag. In Jerusalem hat es in der Vergangenheit immer wieder Anschläge militanter Palästinenserorganisationen gegeben.

  • Die erste Explosion ereignete sich an einer Haltestelle am Stadtrand, dabei wurden elf Menschen verletzt. Die Polizei sperrte die Schnellstraße nach Tel Aviv. Die Suche nach Verdächtigen laufe, so die Polizei.

  • Kurz darauf gab es Berichte über eine weitere Explosion an einer Haltestelle in Ramot nördlich der Stadt. Rettungskräfte kümmerten sich dort um drei Verletzte.

Terrorwelle seit März

Der israelische Abgeordnete Joav Ben-Zur von der strengreligiösen Schas-Partei sprach von einer »Rückkehr zum Horror und den schweren und blutigen Tagen des zweiten Palästinenseraufstands Intifada«. Israels Abschreckungskraft sei kaum noch existent. »Jeden Tag erhebt der Terror wieder sein Haupt«, sagte er.

Seit März sind bei einer Terrorwelle in Israel 18 Menschen getötet worden. Außerdem wurden in diesem Jahr mehrere israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen im Westjordanland getötet. Seit dem Frühjahr unternimmt Israels Armee im besetzten Westjordanland auch vermehrt Razzien. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden dieses Jahr bereits mehr als 140 Palästinenser in Zusammenhang mit Militäreinsätzen, bei Zusammenstößen oder eigenen Anschlägen getötet. Es gibt zudem zunehmend Berichte über Gewalt israelischer Siedler gegen Palästinenser, israelische Aktivisten oder Soldaten.

muk/Reuters/dpa
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