Blutiger Protest in Jerusalem Neue Unruhen am Tempelberg – Dutzende Verletzte

In Jerusalem ist es erneut zu Zusammenstößen gekommen. Gewaltbereite Palästinenser warfen Steine und Feuerwerkskörper in Richtung Klagemauer, israelische Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas und Gummigeschossen.
Israelische Sicherheitskräfte am Tempelberg Mitte April: Rund um Ostern und Pessach nahmen die Spannungen zu

Israelische Sicherheitskräfte am Tempelberg Mitte April: Rund um Ostern und Pessach nahmen die Spannungen zu

Foto: Ilia Yefimovich / dpa

Zum Ende des Fastenmonats Ramadan ist es auf dem Tempelberg in Jerusalem erneut zu Zusammenstößen zwischen palästinensischen Protestierern und der israelischen Polizei gekommen.

Nach Angaben der Polizei waren mehrere Hundert Menschen, darunter auch Vermummte, beteiligt. Es seien Steine und Feuerwerkskörper in Richtung Klagemauer geworfen worden. Die israelischen Sicherheitskräfte reagierten mit Tränengas und Gummigeschossen. Angaben von Rettungskräften zufolge wurden 42 Menschen verletzt, 22 wurden in ein Krankenhaus gebracht.

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Aksa-Moschee ist für Muslime und Juden eine heilige Stätte. Er steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist.

Die Spannungen zwischen gewaltbereiten Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften nahmen in den vergangenen Wochen zu. Seit Ende März kamen bei mehreren Anschlägen auf Israelis 14 Menschen ums Leben. Das israelische Militär reagierte mit einem Anti-Terror-Einsatz im Westjordanland und tötete dort 26 Menschen. Rund um Ostern und das jüdische Pessach-Fest kam es dann zu Zusammenstößen auf dem Tempelberg, wo seitdem insgesamt 250 Palästinenser verletzt wurden.

Wegen der Spannungen wird eine weitere Eskalation des Nahostkonflikts befürchtet. Im vergangenen Jahr hatten Unruhen in Ostjerusalem zu einem elftägigen bewaffneten Konflikt zwischen der israelischen Armee und militanten Palästinenserorganisationen aus dem Gazastreifen geführt.

ber/dpa/AFP
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