Bericht über Jobangebot Guterres will Merkel offenbar für Uno einspannen

Seit ihrem Auszug aus dem Kanzleramt hat Angela Merkel deutlich mehr Zeit zur Verfügung. Geht es nach dem Uno-Chef, verbringt sie die künftig auch mit einer Beraterrolle bei den Vereinten Nationen.
Merkel und Guterres Ende 2019 in Berlin

Merkel und Guterres Ende 2019 in Berlin

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Wolfgang Kumm / dpa

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel hat offenbar ein Jobangebot aus New York bekommen: Uno-Chef António Guterres möchte die 67-Jährige für eine Beraterrolle bei den Vereinten Nationen gewinnen. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur und beruft sich dabei auf Uno-Kreise.

Demnach bot Guterres Merkel den Vorsitz in einem hochrangig besetzten Beratungsgremium zu globalen öffentlichen Gütern an, die potenziell über Ländergrenzen hinweg der gesamten Weltbevölkerung dienen sollen. Beispiele für globale öffentliche Güter sind etwa die Ozonschicht, aber je nach Definition auch international geltende Regelwerke wie jene zur Flugsicherheit und zum weltweiten Handel.

Der Nachrichtenagentur zufolge unterbreitete Guterres der früheren Kanzlerin das Angebot in einem Brief. Bei den Vereinten Nationen werde die Wahrscheinlichkeit, dass Merkel das Jobangebot aus dem Uno-Hauptquartier am New Yorker East River annimmt, allerdings als eher gering eingeschätzt. Eine Antwort Merkels liege bislang nicht vor, hieß es. Offiziell wollten sich Vertreter der Vereinten Nationen nicht zu dem Angebot äußern.

Merkel war im vergangenen Jahr nach 16 Jahren als deutsche Regierungschefin aus dem Amt geschieden. Ihr Nachfolger ist der SPD-Politiker Olaf Scholz.

Guterres hat Anfang Januar seine zweite Amtszeit als Uno-Chef angetreten. Das Beratergremium zu globalen öffentlichen Gütern ist eines seiner Vorzeigeprojekte zur Reform der Vereinten Nationen. In seinem Bericht zur Veränderung der Uno aus dem vergangenen Jahr schrieb der Generalsekretär (nachzulesen auf Seite 4 des Reports ): »Ich werde einen hochrangigen Beirat unter der Leitung ehemaliger Staats- und Regierungschefs bitten, globale öffentliche Güter und andere Bereiche von gemeinsamem Interesse zu ermitteln, in denen Verbesserungen der Führung am dringendsten erforderlich sind.«

Nach Ansicht von Guterres hat die Coronapandemie große Lücken bei der internationalen Zusammenarbeit aufgezeigt. Von dem angestrebten Beratergremium müssten Impulse dafür ausgehen, Praktiken und Prinzipien für das Handeln auf globaler Ebene zu erneuern.

aar/dpa
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