US-Präsident Biden bestätigt Al-Qaida-Terrorchef Sawahiri bei gezieltem Angriff getötet

Aiman al-Sawahiri, einer der meistgesuchten Terroristen der Welt, ist durch einen amerikanischen Drohnenangriff in Kabul getötet worden. US-Präsident Joe Biden sagte: »Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan.«
US-Präsident Biden

US-Präsident Biden

Foto:

JIM WATSON / AFP

Die USA haben bei einem Luftangriff in der afghanischen Hauptstadt Kabul Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri getötet. »Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan. Dieser Terroristenanführer lebt nicht mehr«, sagte US-Präsident Joe Biden am Montagabend (Ortszeit) bei einer Fernsehansprache. Der erfolgreiche Einsatz sei ein klares Signal an alle Feinde der USA: »Egal, wie lang es dauert, egal, wo du dich versteckst: Wenn du eine Bedrohung für unsere Bevölkerung bist, werden die USA dich finden und ausschalten.«

Bin Laden (l.) und al-Sawahiri gelten als die Planer der Anschläge vom 11. September 2001

Bin Laden (l.) und al-Sawahiri gelten als die Planer der Anschläge vom 11. September 2001

Foto: DPA/ AUSAF

Sawahiri hatte die Führung von al-Qaida nach dem Tod von Osama Bin Laden übernommen, den US-Spezialeinheiten 2011 in Pakistan getötet hatten. Der in Ägypten geborene Sawahiri galt als eine zentrale Figur hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA mit rund 3000 Toten. Die USA hatten ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt.

Die US-Geheimdienste hätten den Terrorführer zu Jahresanfang in Kabul geortet, sagte Biden. Dort habe Sawahiri mit seiner Familie gelebt. Die Aktion sei über Monate vorbereitet worden. Vor einer Woche habe er dann den Befehl gegeben, Sawahiri auszuschalten, sagte der US-Präsident. Bei dem Angriff sei keine andere Person getötet oder verletzt worden. Auch niemand aus der Familie Sawahiris. »Die Mission war ein Erfolg.«

Der US-Präsident hielt seine Ansprache auf dem Balkon des Weißen Hauses. Er war nach seiner Coronaerkrankung erneut positiv getestet worden und befindet sich erneut in Isolation.

Nach Angaben einer Regierungsmitarbeiterin wurde Sawahiri getötet, als er auf den Balkon seines Unterschlupfs in Kabul getreten sei. Der Drohnenangriff erfolgte am Sonntagmorgen um 6.18 Uhr (Ortszeit). Es ist der erste bekannte US-Angriff in Afghanistan, seit die US-Truppen und Diplomaten und ihre Verbündeten im vergangenen Sommer das Land verlassen haben. Der US-Präsident wertete den tödlichen Drohneneinsatz nun als Beleg dafür, dass es auch ohne Tausende Soldaten auf afghanischem Boden möglich sei, Amerika vor Terroristen zu schützen.

Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Sawahiri im vergangenen September – genau 20 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. In einer Videobotschaft rief er seine Anhänger damals auf, die Staaten im Westen und ihre Verbündeten im Nahen Osten zu bekämpfen. In den Jahren davor hatte es unbestätigte Gerüchte über seinen Tod gegeben. Sein genauer Aufenthaltsort war unbekannt. Auch über seinen Gesundheitszustand wurde gerätselt. Medien berichteten 2019 unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, Sawahiri leide unter Herzproblemen. Seine Tötung kam nun überraschend. Experten hatten zuletzt vermutet, dass sich Sawahiri im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan versteckt.

Die radikalislamischen Taliban verurteilten den Drohnenangriff auf ein Wohnhaus in Kabul und warfen den USA den Bruch internationaler Prinzipien und des Vertrags zum Abzug der US-Truppen aus Afghanistan vor. Die Taliban hatten im vergangenen Sommer Afghanistan vollständig eingenommen. Die Talibanregierung wird international nicht anerkannt.

jul/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.