Biden attackiert Trump "Mehr an Macht interessiert als an Prinzipien"

Während sich Donald Trump als "Law and Order"-Präsident inszeniert, setzt sein demokratischer Herausforderer Joe Biden auf Versöhnung. Das Verhalten Trumps nach dem Tod von George Floyd kritisiert er scharf.
Joe Biden: Gegenentwurf zu Amtsinhaber Donald Trump?

Joe Biden: Gegenentwurf zu Amtsinhaber Donald Trump?

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JOSHUA ROBERTS/ REUTERS

Joe Biden, der bei der Präsidentschaftswahl im November für die Demokraten antreten will, präsentiert sich als Gegenentwurf zu Amtsinhaber Donald Trump. So auch nach dem mutmaßlichen Mord an dem Afroamerikaner George Floyd durch einen Polizisten in Minneapolis: Während Trump die darauffolgenden Proteste und Ausschreitungen zu politischen Attacken und Drohungen nutzte, nannte Biden Demonstrationen gegen Polizeigewalt "richtig und notwendig".

Bei einem Auftritt in Philadelphia verschärfte der Ex-Vizepräsident am Dienstag seine Kritik an Trump: Dem sei sein "Narzissmus" wichtiger geworden "als das Land, das er führt", sagte Biden.

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Der Moment sei gekommen, um systematischen Rassismus und tief verwurzelte ökonomische Ungleichheiten zu bekämpfen. Darauf könne das Land nicht bis zum November warten, sagte Biden. Er rufe den US-Kongress auf, noch in diesem Monat zu handeln und mit einer "echten Polizeireform" zu beginnen, die den Beamten etwa Würgegriffe untersage.

Biden: Trump ist voll von seinem "blendenden Ego eingenommen"

George Floyd war nach einem brutalen Polizeieinsatz gestorben, bei dem ein Beamter ihm minutenlang sein Knie auf den Hals drückte. Inzwischen wurde der Polizist wegen "Mord dritten Grades" angeklagt.

Biden sagte, das Land rufe nach einer Führung, die "den Schmerz und die tiefe Trauer von Gemeinschaften anerkennt, die schon lange ein Knie auf ihrem Genick spüren". Trump sei "Teil des Problems und beschleunigt es", sagte der Demokrat. Der Präsident sei voll von seinem "blendenden Ego eingenommen".

Trump hatte den Demonstranten zuletzt mit einem Einsatz des US-Militärs im eigenen Land gedroht und sich als "Law and Order"-Präsident inszeniert. Als er zu Fuß zu einem Fototermin vor einer Kirche in der Nähe des Weißen Hauses gehen wollte, räumten Sicherheitskräfte ihm den Weg frei und vertrieben friedliche Demonstranten mit Tränengas und Schlagstöcken.

Biden sagte zu dem Vorfall, man könne guten Gewissens glauben, dass der Präsident "mehr an Macht denn an Prinzipien interessiert" sei. Die Leidenschaften seiner Wählerbasis seien Trump wichtiger als die Bedürfnisse der Menschen, für die er Verantwortung trage, sagte Biden. "Der Präsident hat vor der Kirche eine Bibel in die Höhe gehalten. Ich wünschte, er würde sie hin und wieder öffnen, anstatt mit ihr nur herumzuwedeln."

Bislang hatte Biden seinen Wahlkampf wegen der Corona-Epidemie weitgehend aus dem eigenen Keller geführt, die Rede hielt er nun jedoch im Rathaus von Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania. Zuletzt hatte er auch einen Ort in seiner Heimatstadt Wilmington in Delaware besucht, an dem Demonstrationen stattfanden.

Mit Blick auf die Proteste und Ausschreitungen sagte Biden, man müsse zwischen legitimem friedlichen Protest und "opportunistischer, gewalttätiger Zerstörung" unterscheiden. Für Plünderungen und Gewalt zeigte er kein Verständnis, zumal diese auch People of Color träfen. Gleichzeitig sei es nicht akzeptabel, dass die Polizei zur Eskalation beitrage und "exzessive Gewalt" einsetze.

mes/Reuters/AP
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