Kabinett des designierten US-Präsidenten Biden bestätigt Nominierung Janet Yellens als Finanzministerin

Die ehemalige Notenbank-Chefin Janet Yellen soll Finanzministerin im Kabinett Joe Bidens werden. Sollte der Senat sie bestätigen, wäre sie die erste Frau in diesem Amt in der Geschichte der USA.
Janet Yellen

Janet Yellen

Foto: Andrew Harnik / AP

Das Kabinett des designierten US-Präsidenten Joe Biden verheißt eine Reihe von »ersten Malen«: Nun hat Bidens Übergangsteam bestätigt, dass die frühere Notenbank-Chefin Janet Yellen Finanzministerin werden soll. Wie alle anderen Kabinettsmitglieder muss auch sie noch vom Senat mit mindestens 51 von 100 Stimmen bestätigt werden.  Dann würde die 74-Jährige als erste Frau der US-Geschichte die Führung des Finanzministeriums übernehmen.

Biden stellte am Montag auch weitere Mitglieder seines künftigen Wirtschaftsteams vor. So soll Neera Tanden die beim Weißen Haus angesiedelte Haushalts- und Verwaltungsbehörde Office of Management and Budget (OMB) leiten, als erste US-Bürgerin mit indischen Wurzeln.

Dass Yellen Finanzministerin werden soll, hatten bereits vergangene Woche informierte Kreise bestätigt. Yellen war zwischen 2014 und 2018 die erste Frau an der Spitze der US-Notenbank Fed. Sie trat dort für eine lockere Geldpolitik ein, um Wirtschaftswachstum und Beschäftigung zu fördern.

US-Präsident Donald Trump verweigerte ihr anschließend eine zweite Amtszeit. Sie wurde 2018 von ihrem damaligen Stellvertreter Jerome Powell abgelöst. Als Nachfolgerin des jetzigen Finanzministers Steve Mnuchin müsste Yellen gegen die Wirtschaftskrise infolge der Corona-Pandemie ankämpfen.

Erste Frau wird Geheimdienstdirektorin

Zuvor waren bereits weitere Personalien bekannt geworden. So soll die frühere Vizechefin des Geheimdienstes CIA, Avril Haines, als erste Frau der US-Geschichte Geheimdienstdirektorin werden. Sie würde damit künftig die Arbeit aller US-Geheimdienste koordinieren.

Mit Alejandro Mayorkas soll erstmals ein Latino das Heimatschutzministerium leiten, das unter anderem für Einwanderung zuständig ist. 

Außerdem will Biden den erfahrenen Diplomaten Antony Blinken zum Außenminister und den früheren Außenminister John Kerry zu seinem Klima-Beauftragten machen.

Bidens Übergangsteam hat zudem bereits bestätigt, dass der 43-jährige Jake Sullivan nationaler Sicherheitsberater werden soll. Sullivan war bereits Bidens Sicherheitsberater in dessen Zeit als Vizepräsident.

Die Karrierediplomatin Linda Thomas-Greenfield wird demnach Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen.

Republikaner könnten Besetzung der Ministerämter blockieren

Mit der Nominierung des Biden-Teams sind die Minister allerdings noch nicht gesetzt – die Republikaner könnten dem designierten US-Präsidenten noch einen Strich durch die Rechnung machen. So berichtet die Nachrichtenseite »Axios «, dass die Republikaner bereits planen, einige der Minister in Bidens künftigem Kabinett zu blockieren, sollten sie im Senat die Mehrheit behalten. Sie wollen vor allem verhindern, dass der designierte US-Präsident politisch links stehende Minister ernennt.

Finanzministerin Yellen dürfte in diesem Sinne eine Konsenskandidatin sein. Bei ihrer Berufung zur Chefin der mächtigsten Notenbank der Welt 2014 bekam Yellen die Stimmen von elf republikanischen Senatoren. Auch mit einem Außenminister Blinken würden die Republikaner zusammenarbeiten. Die geplante Blockade sprach allerdings etwa gegen eine Finanzministerin Elisabeth Warren.

Ob Republikaner oder Demokraten im Senat die Mehrheit haben, wird sich im Januar in zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia entscheiden. Je nach Ausgang dieser Wahlen werden Bidens Demokraten 48 bis 50 Sitze haben.

mfh/AFP
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