Wegen Trumps Erkrankung Joe Biden deutet Absage des nächsten TV-Duells an

"Ich denke, wenn er immer noch Covid hat, sollten wir keine Debatte haben": Joe Biden hat einen Ausfall des kommenden TV-Duells ins Spiel gebracht. Entscheidend sei der Zustand seines Kontrahenten.
Donald Trump (l.) und Joe Biden beim ersten TV-Duell: "Ich hoffe einfach, dass alle Vorschriften eingehalten werden"

Donald Trump (l.) und Joe Biden beim ersten TV-Duell: "Ich hoffe einfach, dass alle Vorschriften eingehalten werden"

Foto: Morry Gash / AP

Die TV-Schlagabtäusche der beiden Kandidaten für das Weiße Haus gelten als extrem wichtige Termine im US-Wahlkampf. Das erste Duell geriet in der vergangenen Woche zur Farce, weil sich Amtsinhaber Donald Trump nicht an die Debattenregeln halten wollte. Seitdem ist bekannt geworden, dass der US-Präsident mit einem Covid-Ausbruch zu kämpfen hat. Diese Diagnose könnte sich auf den nächsten geplanten TV-Termin auswirken.

Die für kommende Woche angesetzte Fernsehdebatte sollte aus Sicht des demokratischen Herausforderers Joe Biden abgesagt werden, wenn Trump seine Covid-19-Erkrankung bis dahin nicht überwunden hat.

Der zweite Schlagabtausch der Kontrahenten ist für den 15. Oktober geplant. "Ich denke, wenn er immer noch Covid hat, sollten wir keine Debatte haben", sagte Biden am Dienstag nach einem Wahlkampfauftritt.

Man werde auf jeden Fall "sehr strikten Richtlinien" folgen müssen, betonte der demokratische Präsidentschaftskandidat in Hagerstown im Bundesstaat Maryland. "Zu viele Leute wurden infiziert." Man müsse darauf hören, was Ärzte sagen. Er stelle sich weiterhin auf eine Debatte ein, "aber ich hoffe einfach, dass alle Vorschriften eingehalten werden".

Trump hatte am vergangenen Freitag seine Covid-19-Diagnose bekannt gegeben. Er und Biden hatten zuvor am Dienstag bei der ersten von drei geplanten TV-Debatten auf einer Bühne gestanden. Es ist unklar, ob Trump zu diesem Zeitpunkt bereits ansteckend gewesen sein könnte: Das Weiße Haus und sein Leibarzt Sean Conley verweigern seit Tagen Angaben dazu, wann der Präsident zuletzt einen negativen Coronavirus-Test hatte.

Immer mehr Menschen in Trumps Umfeld stecken sich an

Trump war am Montag aus dem Krankenhaus zu seinem Amtssitz zurückgekehrt. Im engen Kreis des Präsidenten breitet sich das Virus weiter aus: Stephen Miller, leitender Berater des Weißen Hauses, wurde am Dienstag positiv auf das Virus getestet. "In den letzten fünf Tagen habe ich von zu Hause aus in Selbstisolation gearbeitet und bis gestern jeden Tag negative Tests erhalten", sagte Miller. "Heute habe ich positiv auf Covid-19 getestet und bin in Quarantäne."

Als Vorsichtsmaßnahme arbeite Trump in provisorischen Büroräumen in der Residenz und nicht im Oval Office, erklärten Regierungsmitarbeiter. Nur vier leitende Angestellte erhielten persönlichen Zugang zum Präsidenten. Neben Miller sind auch die enge Trump-Beraterin Hope Hicks, die Sprecherin des Weißen Hauses Kayleigh McEnany, Trumps Kampagnenmanager Bill Stepien und die republikanischen Senatoren Mike Lee, Thom Tillis und Ron Johnson infiziert.

jok/dpa
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