Dank Mehrheit in Pennsylvania Joe Biden gewinnt US-Wahl

Der 46. US-Präsident heißt Joe Biden, Vizepräsidentin wird Kamala Harris: Ihr Vorsprung in Pennsylvania sicherte den Wahlsieg. Amtsinhaber Trump lehnt es allerdings ab, seine Niederlage einzuräumen.
Joe Biden und seine Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris

Joe Biden und seine Vizepräsidentschaftskandidatin Kamala Harris

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Carolyn Kaster / AP

Das Warten hat ein Ende: Nach einem beispiellosen Wahlkampf und einem langen Kopf-an-Kopf-Rennen bei der Auszählung der Stimmen hat Joe Biden die US-Präsidentschaftswahl laut CNN, NBC, BBC und der Nachrichtenagentur AP gewonnen. In immer mehr Bundesstaaten machte er den Vorsprung des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump wett und zog nach Auszählung von Early-Voter- und Briefwahlstimmen an ihm vorbei.

Zuletzt hat Biden Medienberichten zufolge auch den hart umkämpften Bundesstaat Pennsylvania gewonnen – und kann damit mehr als die erforderlichen 270 Wahlleute-Stimmen auf sich vereinen. Damit ist Biden die US-Präsidentschaft rechnerisch nicht mehr zu nehmen.

Vorausgegangen war in Pennsylvania eine große Aufholjagd Bidens bei der Auszählung der Stimmen. Trump hatte in dem Bundesstaat am Mittwochmorgen (Ortszeit) noch mit mehr als 600.000 Stimmen vorn gelegen. Das lag daran, dass in Pennsylvania zunächst die am Wahltag abgegebenen Stimmen gezählt wurden – und die fielen mehrheitlich für Trump aus. Die Frühwähler, die eher für Biden stimmten, wurden erst später ausgewertet.

"Ich werde der Präsident aller Amerikaner sein – ob Sie für mich gestimmt haben oder nicht."

Joe Biden

Bei der Wahl 2016 hatte sich Trump in Pennsylvania noch sehr knapp durchgesetzt: Er lag damals 0,7 Prozentpunkte vor seiner demokratischen Rivalin Hillary Clinton.

Biden teilte auf Twitter mit, dass er sich angesichts des Wahlergebnisses geehrt fühle. "Die vor uns liegende Arbeit wird hart, aber ich verspreche: Ich werde der Präsident aller Amerikaner sein – ob Sie für mich gestimmt haben oder nicht." In einer Mitteilung Bidens hieß es zudem: "Nach Abschluss des Wahlkampfs ist es an der Zeit, die Wut und die harte Rhetorik hinter uns zu lassen und als Nation zusammenzukommen."

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Trump will seine jetzige Wahlniederlage nicht anerkennen, wie es in einer Erklärung des Republikaners heißt: "Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist", teilte er mit. Sein Wahlkampfteam werde am Montag juristische Schritte einleiten, Biden stelle sich fälschlicherweise als Sieger dar.

Trump setzt damit seine Strategie der vergangenen Tage fort: Immer wieder hatte er die unbewiesene Behauptung wiederholt, er sei Opfer eines angeblichen Wahlbetrugs, gegen den seine Anwälte gerichtlich vorgehen würden.

Noch in der Wahlnacht hatte Trump sich im Weißen Haus während der laufenden Auszählung zum Sieger erklärt und angekündigt, seinen Anspruch vor das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten zu bringen. Schon zuvor hatte der 74-Jährige offengelassen, ob er das Wahlergebnis akzeptieren würde, und hatte eine friedliche Machtübergabe nicht garantieren wollen.

Mit dem 77-jährigen Biden geht nun wieder ein Berufspolitiker als Sieger der US-Wahl hervor, nachdem der Unternehmer Trump vor vier Jahren einen Überraschungssieg eingefahren hatte. Die Senatorin Kamala Harris würde die erste Frau und die erste Afroamerikanerin im Vizepräsidentenamt. Biden hatte die Wahl seit Bekanntgabe seiner Kandidatur gegen Trump zum "Kampf um die Seele dieser Nation" erklärt.

Biden kann als Staatsoberhaupt voraussichtlich auf die Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus setzen. Die Kontrolle im Senat konnte sich seine Partei bislang aber nicht sichern. Eine Entscheidung darüber dürfte erst bei zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia Anfang Januar fallen. Ohne eigene Mehrheit in beiden Parlamentskammern dürfte es für Biden fast unmöglich sein, größere Reformprojekte durchzusetzen.

mxw/dpa
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