Populärer als Trump Biden hat die Mehrheit der US-Bürger hinter sich

Seit fast 100 Tagen ist Joe Biden US-Präsident – und es läuft gut: Laut einer Umfrage ist er populärer, als es sein Vorgänger Donald Trump im Vergleichszeitraum war. Doch in einem Politikfeld stößt Biden auf Ablehnung.
US-Präsident Biden: Beliebt dank seiner Coronapolitik

US-Präsident Biden: Beliebt dank seiner Coronapolitik

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Nach knapp 100 Tagen im Amt wird US-Präsident Joe Biden von der Mehrheit der Bürger seines Landes unterstützt. Einer repräsentativen Umfrage der »Washington Post« und des Senders »ABC News« zufolge ist der 78-Jährige populärer als sein Vorgänger Donald Trump im Vergleichszeitraum vor vier Jahren – allerdings unbeliebter als die US-Präsidenten davor.

52 Prozent äußerten sich zustimmend zu Biden, bei Trump waren es zu einem ähnlichen Zeitpunkt lediglich 42 Prozent. George W. Bush erreichte in einer vergleichbaren Erhebung Zustimmungswerte von 63 Prozent, Barack Obama 69 Prozent.

Zugutegehalten wird Biden insbesondere sein Umgang mit der Coronapandemie. Diesen befürworten 64 Prozent der Befragten.

Die USA machen täglich erhebliche Fortschritte bei der Impfkampagne; gerade haben sie die Marke von 200 Millionen verabreichten Dosen übertroffen. Zwar ist die Zahl der täglich erfassten Neuinfektionen weiterhin auf einem hohen Niveau, die Befürchtungen einer vierten Welle haben sich bislang allerdings nicht bewahrheitet.

Politische Fronten bleiben verhärtet

Kritisch beäugt wird hingegen Bidens Umgang mit der Migration an der Südgrenze zu Mexiko. 53 Prozent der Befragten äußerten sich in der Umfrage ablehnend, nur 37 Prozent befürworten Bidens Kurs.

Die neue Regierung will die Migrationspolitik humaner gestalten als Trump. Sie steht aber unter Druck, weil die Zahl der ankommenden Migranten und Flüchtlinge aus Lateinamerika zuletzt dramatisch gestiegen ist.

Biden ist am kommenden Donnerstag 100 Tage im Amt. Im Wahlkampf ist er auch mit dem Versprechen angetreten, das tief gespaltene Land zu einen. Die politischen Fronten sind allerdings weiterhin verhärtet.

So stehen die Republikaner bedeutenden Vorhaben wie einem massiven Infrastrukturprogramm, mit dem Biden die US-Wirtschaft ankurbeln will, kritisch gegenüber.

Um ihr billionenschweres Corona-Konjunkturpaket auch ohne die Unterstützung der Republikaner verabschieden zu können, bedienten sich die Demokraten eines Vermittlungsverfahrens für Haushaltsgesetze.

Die Demokraten haben nur eine hauchdünne Mehrheit im Senat – und auch im Repräsentantenhaus sind sie nur wenige Sitze in der Überzahl. Bei den Kongresswahlen im kommenden Jahr könnten die Republikaner womöglich wieder die Oberhand gewinnen. Biden muss sich daher mit wichtigen Gesetzesvorhaben beeilen.

clh/dpa