Hunter Biden und seine Kunst Joe Bidens Sohn bringt das Weiße Haus in Erklärungsnot

Wenn Kinder prominenter Menschen Kunst machen, ist das oft erst mal ein ästhetisches Problem. Bei Joe Bidens Sohn Hunter steht nun jedoch eine ganz andere Sorge im Raum: mögliche Korruption.
Hunter Biden in Washington

Hunter Biden in Washington

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BRENDAN SMIALOWSKI / AFP

Hunter Biden hat in seinem Leben schon einiges getan, was seinem Vater – immerhin Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika – unangenehm gewesen sein dürfte. Der 51-jährige »First Son« war unter anderem wegen seiner Drogenvergangenheit des Öfteren Thema im Wahlkampf von Joe Biden und Donald Trump. Doch nun könnte der Sohn seinem Vater mit einem vermeintlich harmlosen Hobby Probleme bereiten: Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, hatte am Freitag Schwierigkeiten, Bedenken auszuräumen, dass der Verkauf von Hunter Bidens Gemälden ein Korruptionsrisiko darstelle.

Der Geschäftsmann und Anwalt stellt seine Werke neuerdings in einer New Yorker Galerie aus und bietet sie auch zum Kauf an. Medienberichten zufolge sollen die Preise der Gemälde zwischen 75.000 und 500.000 US-Dollar liegen. Durchaus beachtliche Summen also – und hier beginnt das Problem. Denn Kritiker warnen, dass sich Geschäftsleute und andere nur deshalb Kunst von Hunter Biden kaufen könnten, um sich Einfluss auf seinen mächtigen Vater zu verschaffen.

Das Büro von Präsident Biden hatte darauf mit der Ankündigung »angemessener Sicherheitsvorkehrungen« reagiert. Bei Ausstellungen von Hunters Werken würden der Verkauf seiner Gemälde durch den Galeristen erfolgen und die Namen der Käufer vertraulich behandelt, so Sprecherin Psaki Anfang Juli.

US-Präsident Biden und Sohn Hunter (Archiv)

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ANDY WONG/POOL/EPA-EFE/REX

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus wurde Psaki nun erneut auf das Thema angesprochen. Die anwesenden Journalisten waren nicht überzeugt, dass die Sicherheitsmaßnahmen ausreichen. Schließlich könnten die Käufer Hunter Biden auch persönlich sagen, dass sie seine Werke erstanden haben. Bidens Sprecherin betonte daraufhin erneut, dass es »strenge Regeln« geben werde. »Er wird es nicht wissen«, sagte sie. »Er wird nicht wissen, wer seine Kunst kauft.« Es gebe »kein Szenario«, in dem jemand auf diese Weise Einfluss auf das Weiße Haus nehmen könnte.

Hunter Biden ist eines der Lieblingsziele des ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Im Wahlkampf 2020 hatte der damalige Amtsinhaber wiederholt die wirtschaftlichen Interessen des Sohnes seines Herausforderers in der Ukraine und in China hervorgehoben. Gegen den 51-Jährigen laufen zudem Ermittlungen wegen Steuervergehen.

fla/afp
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