Umfrage in den USA Mehr als 40 Prozent bezweifeln rechtmäßige Wahl Bidens

Donald Trump hat nach seiner Niederlage den Vorwurf des Wahlbetrugs verbreitet. Beweise dafür gab es nie. Nun zeigt eine Umfrage: Auch ein Jahr später haften die Beschuldigungen an US-Präsident Joe Biden.
US-Präsident Joe Biden: Zum Jahrestag des Sturms auf das Kapitol

US-Präsident Joe Biden: Zum Jahrestag des Sturms auf das Kapitol

Foto: Chris Kleponis / POOL / EPA

Am 6. Januar 2021 stürmten radikale Anhänger von Donald Trump das Kapitol in Washington. Zuvor hatte der Wahlverlierer den Sieg von Joe Biden bei den Präsidentschaftswahlen immer wieder öffentlich in Zweifel gezogen. Ein Jahr nach den dramatischen Ereignissen ist die US-amerikanische Gesellschaft noch immer tief gespalten. Eine Umfrage von Axios-Momentive  zeigt nun, dass mehr als 40 Prozent der US-Amerikaner nicht daran glauben, dass Biden die Wahl rechtmäßig für sich entschieden hat.

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Der Umfrage zufolge gaben lediglich 55 Prozent der Befragten an, an einen legitimen Sieg des Demokraten zu glauben. Eine ähnliche Befragung hatte die US-amerikanische Website Axios bereits vor gut einem Jahr gemacht. Die Werte haben sich seitdem kaum verändert. Kurz vor dem Sturm auf das Kapitol hatten 58 Prozent der Befragten angegeben, Biden als legitimen Gewinner der Präsidentschaftswahlen zu akzeptieren.

Trotz Bidens Amtseinführung, dem Angriff auf das Kapitol und den zahlreichen Ermittlungen, die die Betrugsvorwürfe des ehemaligen Präsidenten als Lügen entlarvt haben, deutet die Umfrage darauf hin, dass weiterhin große Zweifel in der US-Bevölkerung bestehen bleiben. »Es ist entmutigend zu sehen, dass diese schockierende Sache, die wir alle im vergangenen Jahr miterlebt haben, die Wahrnehmung der Menschen nicht verändert hat«, sagte Laura Wronski, eine führende Managerin des Meinungsinstituts Momentive, der Nachrichtenseite Axios.

Mehrheit fürchtet neue gewaltsame Aktionen

Der Umfrage zufolge erwartet eine Mehrheit der Bürger in den USA zudem, dass sich Ereignisse wie der tödliche Sturm auf das Kapitol wiederholen werden. Hunderte radikale Trump-Anhänger hatten vor einem Jahr das Kapitol gestürmt, als dort Bidens Sieg bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zertifiziert werden sollte.

Trump hatte unmittelbar zuvor seine vielfach widerlegten Wahlbetrugsvorwürfe erneuert und seine Anhänger zum Marsch auf das Kapitol aufgerufen. Der Sturm auf den Sitz des Kongresses mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie.

DER SPIEGEL

Etwa 37 Prozent der Befragten gaben nun an, das Vertrauen in die amerikanische Demokratie verloren zu haben, während 10 Prozent sagten, nie an das System geglaubt zu haben. Weitere 49 Prozent sagten, sie hätten Vertrauen. Für die Umfrage, die vom 1. bis 5. Januar dieses Jahres durchgeführt wurde, wurden fast 2700 Erwachsene befragt.

Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris werden am Donnerstagmorgen (15.00 Uhr MEZ) Reden in der Statuen-Halle des Kongresses halten. Geplant sind auch Ansprachen der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, eine Schweigeminute und ein Gespräch mit Historikern über die Ereignisse des 6. Januar.

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War Biden bislang weitgehend die Strategie gefahren, seinen Vorgänger und dessen anhaltende Wahlbetrugsvorwürfe zu ignorieren, will er den Rechtspopulisten nun scharf angehen. Der Präsident werde in seiner Rede die »Verantwortung« Trumps für das »Chaos und Blutbad« vom 6. Januar hervorheben, sagte Bidens Sprecherin Jen Psaki am Mittwoch vor Journalisten. Er werde auch »energisch den Lügen entgegentreten, die der frühere Präsident verbreitet, um die Amerikaner und seine eigenen Anhänger in die Irre zu führen.«

asc/dpa
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